RuT-FrauenKultur&Wohnen - das Lesbenwohnprojekt (geplant)

Projekttyp:

Autonome Frauenwohnprojekte

Standort:

Berlin

Projektierungsbeginn:

2007

Fertigstellung/ Erstbezug

voraussichtlich im Frühjahr 2024

Kontakt:

Jutta Brambach

j.brambach@rut-wohnen.de

Schwerpunkte:

Mietwohnungsneubau der RuT gGmbH für frauenliebende Frauen (nicht nur) im Alter mit einer Pflege-WG

Projektbeteiligte:
Initiatorin:

RuT-Rad und Tat gGmbH als Tochter des gemeinnützigen Vereins RuT-Rad und Tat -Offene Initiative lesbischer Frauen e.V.. Beratungs- und Kulturzentrum für Frauen

Eigentum:

Das Projekt entsteht in Kooperation der RuT gGmbH mit der städtischen WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH. Die WBM ist Eigentümerin, die RuT gGmbH wird Generalmieterinals

Architektur:

GSAI GALANDI SCHIRMER Architekten und Ingenieure GmbH

Sonstige Beteiligte:

Die Landesantidiskriminierugsstelle (LADS) der Sdenatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidikriminierung des Landes Berlin unterstützt mit dem Projekt "Lesbenwohnprojekt" seit 2020 den Aufbau des Projekts mit drei Teilpersonalstellen

Umfang:
Wohnungen:

Es entstehen 72 Wohnungen mit 1 bis 4 Zimmern sowie eine Pflege-WG mit 8 Plätzen

Gemeinschaftsflächen:

Es entsteht ein inklusives soziales und kulturelles generationenübergreifendes Zentrum für Frauen.mitVeranstaltungsräumen, Gruppenräumen und Büros. Das geplante Kiez-Café im Erdgeschoss des Hauses ergänzt das Angebot. Für die Bewohnerinnen stehen im 7. Obergeschoss nutzbare Gemeinschaftsflächen zur Verfügung. Zu dem Haus gehört ein offener Innenhof mit Sitzgelegenheiten, Hochbeeten, Sport- und Spielgeräten auch für Erwachsene

Kosten/Mieten:

Gemeinschaftliches Wohnen bedeutet leider nicht automatisch: billig wohnen.

Die zentrale Motivation, in das Wohnprojekt einzuziehen, sollte das Interesse am gemeinschaftlichen Wohnen und Leben mit anderen Frauen sein.

Dennoch wird es angestrebt, durch die eingesetzten Fördermittel Mvon 6,50 €/qm bis 9,90 €/qm (kalt) zu ermöglichen.

Finanzierung:

Die Stiftung deutsche Klassenlotterie unterstützt den Neubau mit 5,5, Millionen Fördermittel,.Das Projekt benötigt weiterhin Drittmittel für Planungskosten, Projektsteuerung, die notwendige betreibswirtschaftliche, rechtliche und bautechnische Beratung und wirbt fortlaufend um Darlehen von Unterstützerinnen, Spenden und Sponsoring.

Ziele/Motivation:
Zielgruppen:

Frauenliebende Frauen unterschiedlichen Alters, mit und ohne Behinderung, mit Kindern oder ohne, Frauen unterschiedlicher Kulturen, Frauen mit viel und mit wenigen finanziellen Mitteln.Von den Bewohnerinnen wird Engagement und Interesse in Bezug auf das gemeinschaftliche Wohnen und die Bereitschaft, an Supervision und Konfliktlösung (Mediation) teilzunehmen, erwartet

Die Pflege-Wohngemeinschaft ist für die Versorgung von pflegebedürftigen Frauen, die in ihrer Wohnung nicht mehr ausreichend versorgt werden können und von Frauen, die an Demenz erkrankt sind, geplant.

BewohnerInnenstruktur:

Zurzeit sind Frauen ab Mitte 30 bis über 80 Jahre als Interessentinnen dabei.

Zielsetzungen:

Das Wohnprojekt richtet sich an frauenliebende Frauen, die den Wunsch haben, gemeinsam mit anderen Lesben in einem Haus zu leben, die das Älterwerden und das Alter lustvoll gestalten möchten.
Grundidee ist es, diskriminierungsfreien Wohn- und Lebensraum für frauenliebende Frauen im Alter zu schaffen:

  • die nach Alternativen suchen zum Alleinleben und zu Seniorenheimen
  • die ihr Alter gemeinschaftlich gestalten möchten
  • wo sie offen zu ihrer Lebensweise stehen können und sich nicht erklären müssen
  • in dem sie sicher vor Diskriminierung sein können
  • die Kontakte zu anderen frauenliebenden Frauen beibehalten möchten, auch wenn sie vielleicht nicht mehr so gut "zu Fuß" sind
  • die Lust darauf haben, gemeinsam mit anderen Frauen/Lesben in einem Haus zu leben und Lust haben, gemeinschaftliches Wohnen und Leben mit Frauen aktiv mitzugestalten
  • die das Älterwerden und das Alter lustvoll gestalten wollen
  • denen das "Wir" neben dem "Ich" von Bedeutung ist

Das Frauenwohnprojekt wird Teil eines kulturellen und sozialen Zentrums für Frauen sein. Das Zentrum wird über das gemeinschaftliche Wohnen hinaus ein Ort lebendiger Begegnung von Frauen/Lesben sein mit Kultur- und Freizeitveranstaltungen, vielen Aktivitäten z.B. zur Gesundheitsprävention.

Das RuT wird Kultur- und Freizeitveranstaltungen in dem Haus anbieten, ebenso wie Beratung und themenzentrierte Workshops. Unser Bestreben ist es, die Angebote generationenübergreifend zu gestalten und eine offene Kultur der Vielfältigkeit in dem Frauenwohnprojekt zu etablieren. Das RuT-Frauenwohnprojekt soll ein Ort lebendiger Begegnung von unterschiedlichsten Frauen sein.

Die Pflege-WG soll 8 Plätze bieten mit einem eigenen Zimmer für jede Frau, einem gemeinsamen Küchen- und Wohnbereich,  betreut durch einen lesbenfreundlichen Pflegedienst. So können die Bewohnerinnen der Pflege-WG in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben. Der Kontakt zu den anderen Bewohnerinnen, zu Freundinnen oder der Partnerin bleibt erhalten.

Ergänzt durch das mobile Angebot des ehrenamtlichen Besuchsdienstes "Zeit für Dich", der seit 2005 erfolgreich arbeitet, planen wir eine umfassende Versorgung für frauenliebende Frauen im Alter.

Partizipation:

Im Rahmen der Kooperation mit der WBM hat ein Partizipationsverfahren mit zukünftigen Bewohnerinnen und Nutzer*innen sowie Anwohner*innen stattgefunden. Regelmäßige Informationsveranstaltungen und Treffen zukünftiger Bewohnerinnen bieten darüber hinaus Mitbet3iligungsmöglichkeiten. Sobald Mietverträge abgeschlossen werden können, ist der Aufbau einer Mieterinnengemeinschaft mit regelmäßigen Treffen zur Planung des gemeinschftlichen Wohnens, Entwicklung von Interessengruppen, z.B. Kulturgruppe, Freizeitgruppe, Gartenplanung, Steitschlichterinnen, Haus-Chor.vorgesehen.

Architektur/Städtebau:
Lage:

Der Neubau wird in der Berolinastrasse neben Haus Nummer 9-11 in unmittelbarer Nähe des barrierefreinen U-Bahnhofs Schillingstrasse errichtet. Der Allexanderplatz ist in 10 Minuten fußläufig erreibar.

Gebäude:

Die Ausstattung der Wohnungen und des gesamten Hauses (Gemeinschaftsräume, Diensträume, Flure, etc.) ist barrierefrei geplant. Damit soll auch eine ambulante Versorgung im Falle von Pflegebedürftigkeit möglich sein.

Alle Wohnungen werden mit einer Küchenzeile und einem Duschbad ausgestattet und haben,(abgesehen von den zur Strasse orientierten) einem Balkon.

Alle Wohnungen sowei die Plege-WG im 1. Obergeschoss werden durch Aufzäüge erschlossen.

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Ökologie:

Geplant ist sein Niedrigenergiehaus nach KfW-Standard sowohl aus ökologischen Gründen als auch um die Mietnebenkosten niedrig zu halten.

Chronik

Im Jahr 2007 Treffpunkt „Wohnen für Lesben im Alter“ mit insgesamt 9 Veranstaltungen zu den Themen „Wünsche und Ideen“, „Visionen gemeinschaftlichen Wohnens“, „erste Schritte für ein Konzept“ sowie Vortragsveranstaltungen mit Expertinnen, um von deren Erfahrungen in bestehenden Frauenwohnprojekten zu lernen.

Seit 2009 Informationsveranstaltungen für interessierte Frauen

2009 – 2010 Vorstellung des geplanten Projekts bei der Tagung „Lesben im Alter“ und beim „Lesbenfrühlingstreffen“.

Seit 2009 intensive Suche nach einem Grundstück oder geeigneten Objekt: unzählige Anfragen und Gespräche mit dem Berliner Senat, Berliner Bezirksämtern, Vertreter*innen von Politik und Verwaltung, der BIM (Berliner Immobilienmangement GmbH, ehemals Liegenschaftsfonds), der Kirche, mit Wohnungsbaugesellschaften, parallel intensive Suche auf dem freien Markt.

Konkrete Planungen mit einem fertigen Finanzierungskonzept gab es 2014 für ein Grundstück in Neukölln am Richardplatz, das ein privater Investor an uns verkaufen wollte. Wenige Tage vor Unterzeichnung des Kaufvertrages ließ der Investor das Projekt platzen.

Inzwischen waren die Grundstückspreise in Berlin so gestiegen, dass ein Kauf auf dem freien Markt nicht mehr realistisch war.

Seit 2016 haben wir uns an dem Ausschreibungsverfahren für ein landeseigenes Grundstück in Berlin-Schöneberg (Schöneberger Linse) beteiligt. Eine vollständige Bauplanung mit einem schlüssigen Finanzierungskonzept wurde eingereicht. Unser durchdachtes Konzept hat den Zuschlag erhalten. Daraufhin hat einer der Mitbewerber (die Schwulenberatung Berlin) Verfahrensfehler geltend gemacht. In einem Nachprüfungsverfahren wurde uns das Grundstück letztendlich wieder entzogen und dank der besseren finanziellen Ressourcen der Schwulenberatung zugesprochen.

2017 haben wir die Verhandlungen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) aufgenommen. In Kooperation mit der WBM wird nun das Projekt im Zentrum der Stadt am Alexanderplatz geplant und umgesetzt.

Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Frauenraum in Frauenhand
  • aktives Gemeinschaftsleben
  • Vielfalt
  • Verbindung zur Lesben/FrauenCommunity
  • Barrierefreiheit im gesamten Haus
  • Ökologisches/nachhaltiges Bauen
  • bezahlbarer Wohnraum
  • lesbenrespektierende Pflege (im Projekt)
  • Wohnen im Projekt bis zum Lebensende
  • Einbeziehen des Besuchsdienstes für frauenliebende Frauen
  • Gute Infrastruktur zum ÖPNV und zum Einkaufen
Quellen:

www.rut-wohnen.de

Letzte Aktualisierung:
18.01.2020