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Weitere Projekte der Initiative

Dokumentation – Projekte nach Typ

Village e. V. – Altersgerechtes Leben für Lesben und Schwule und ihre FreundInnen (Pflegeetage, inzwischen geschlossen)

   
TypWohnprojekte für Frauen (nicht nur) im Alter
StandortBerlin
Projektierungsbeginn2001
Fertigstellung/Erstbezug2008
Kontakt http://www.haus-asta-nielsen.de
k.wecker[at]haus-asta-nielsen.de
http://www.village-ev.de
SchwerpunkteLesbisch-schwules Alters- und Pflegeprojekt und erste lesbisch-schwule Pflegestation
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinVerein Village e.V.
EigentumHeimverwaltung Pankow Betreibergesellschaft mbH Co. KG, eine Tochter der Bremer Heimverwaltung Projektdaten Die Pflegeetage ist integriert in das 2006 erbaute Pflegezentrum Haus Asta Nielsen, das insgesamt Platz für 78 BewohnerInnen bietet.
WohnungenDie Anfang 2008 eingerichtete Pflegeetage für Lesben und Schwule umfasst 18 großzügige Einzelzimmer und 5 Doppelzimmer.
GemeinschaftsflächenGroßzügige Gemeinschaftsbereiche stehen auf der Etage und verteilt im gesamten Haus (z. B. ein gemeinschaftliches Esszimmer mit Küche) zur Verfügung.
Finanzierung /Förderung
Finanziert wurde das Haus von der Betreiberin.
Village erhält bislang keine öffentliche Förderung und finanziert sich ausschließlich über Beiträge der Mitfrauen und Mitmänner, sowie über Spenden von Privatpersonen und Institutionen und Fördermitgliedschaften. Spenden können beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden, langjährige Fördermitglieder werden bei der Verteilung von (künftigen) Wohnungen bzw. Pflegeplätzen bevorzugt.
ZielgruppenDie Pflegeetage – das erste Projekt dieser Art überhaupt – wendet sich an ältere und pflegebedürftige Lesben und Schwule. Der Bedarf an Pflegeplätzen für diese Zielgruppe wird vom Verein in Berlin auf ca. 1.300 geschätzt.
ZielsetzungenVillage e.V. ist ein gemeinnütziges Projekt, das sich für die Belange alter Lesben und Schwuler einsetzt. Ziel der Initiative ist es, die Lebenssituation alter Lesben und Schwuler zu verbessern und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, wie auch der Betroffenen für dieses Thema zu fördern. Da viele Lesben und Schwule auf einen anderen persönlichen Lebensentwurf zurückblicken als weite Teile der heterosexuellen Bevölkerung, die meisten von ihnen ein anderes soziales Leben geführt haben, ist die Vorstellung, irgendwann einmal auf einen Pflegeplatz in einem heterosexuell geprägten Pflege- oder Altersheim angewiesen zu sein, für viele Betroffene nur schwer erträglich. Denn Lesben und Schwule haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Freiheiten und Selbstverständlichkeiten erkämpft, auf die Frau/Mann nicht mehr verzichten kann und will. Village e. V. will dazu beitragen, dass diese Freiheiten nicht in der Pflegesituation unter sozialem Druck preisgegeben werden müssen und zu neuen, angstfreien Lebensperspektiven im Alter beitragen.
Der Arbeitskreis Pflege bei Village e. V. bietet eine Beratungsmöglichkeit für pflegebedürftige Lesben und Schwule und pflegende Angehörige zu allen Fragen rund um die Pflege.
PartizipationDie Pflegeetage wurde vom Verein Village e. V. ins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Pflegezentrum Haus Asta Nielsen realisiert. Dem Pflegezentrum, das sich um Pflege- und Schwerstpflegebedürftige unabhängig von Alter, Nationalität und Konfession bemüht und einen Schwerpunkt auf die Pflege von HIV-Patienten setzt, ist sehr an der Verbesserung der Pflegesituation homosexueller Menschen gelegen.
Der Kooperationsvertrag zwischen dem Asta-Nielsen-Haus und dem Village-Verein sieht vor, dass die Hälfte der MitarbeiterInnen, die auf der Pflegeetage beschäftigt sein werden, homosexuell sein soll. Wie viel Personal es geben wird, hängt von der Zahl und der Pflegestufe der BewohnerInnen ab. Die MitarbeiterInnen müssen Schulungen besuchen, in denen sie für den Umgang mit den schwulen und lesbischen BewohnerInnen sensibilisiert werden. Village e. V. gibt sein Wissen und seine Fachkompetenz an Interessierte und Pflegende weiter. Zur Betreuung gehören deshalb regelmäßig stattfindende Sprechstunden vom Verein Village.
LageDie Village-Pflegeetage liegt in Pankow, nördlich des lesbischschwulen Kiezes Prenzlauer Berg an der Grenze zwischen einem einfachen Altbauwohngebiet und einer Plattenbausiedlung, die allmählich mit Neubauten ergänzt wird. Die Infrastruktur in unmittelbarer Umgebung deckt mit einem kleinen Einkaufszentrum den täglichen Bedarf, die ÖPNV-Anbindung nach Prenzlauer Berg und in die Innenstadt ist sehr gut. Das Asta-Nielsen-Haus liegt an einer sehr ruhigen Seitenstraße, die allenfalls durch die Zufahrt zum Parkdeck des benachbarten Ladenzentrums beeinträchtigt wird.
GebäudeDer langgestreckte 4-geschossige Bau orientiert sich mit den Wohnbereichen weitgehend nach Osten und Süden, mit teilweise durchlaufenden Balkonen und großzügigen französischen Fenstern. Im EG findet sich, neben den Gemeinschaftsbereichen des Zentrums (Foyer, Büros, Aufenthaltsraum usw.), auch eine Ladenzone. Die BewohnerInnen können auf Wunsch eigene Möbel und Tiere mitbringen.
Chronik2001: Gründung des Vereins Village e. V.
Ende 2005: Entschluss des Vereins, nach 3 Jahren vergeblicher Investorensuche, die Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen
November 2007: Kooperationsvereinbarung mit dem Pflegezentrum Haus Asta Nielsen über die Pflegeetage
Januar 2008: Eröffnung der Village-Pflegeetage
Entwicklungen seit Erstbezug 2010 war das Weiterbestehen der Pflegeetage unsicher, da die Heimverwaltung Pankow das Haus Asta Nielsen an einen anderen Betreiber abgeben wollte und mit dem neuen Betreiber erst verhandelt werden muss. Ein neues Projekt wurde in Angriff genommen. Anfang 2010 sollte der Kooperationsvertrag mit einer Genossenschaft unterzeichnet werden, die anschließend das vorgesehene oder ein anderes Grundstück zum Bau eines Village-Hauses erwirbt. Anfang 2012: Der Verein Village e. V. hat zum Jahresende 2011 seine Arbeit eingestellt.
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Wohnungen/Lebensraum für frauenliebende Frauen jenseits heteronormativer Strukturen
  • Gemeinschaftsräume
  • Ermöglichung lesbischer Lebensweise auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit
  • solidarische Finanzierung (angestrebt)
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