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Dokumentation – Projekte nach Typ

Frauenwohnprojekt im Bunten Haus Steglitz

   
TypWohnprojekte für Frauen (nicht nur) im Alter
StandortBerlin
Projektierungsbeginn1991
Fertigstellung/Erstbezug1996 seit 2013 aufgelöst (siehe Chronik)
SchwerpunkteProjekt älterer Frauen, integriert in ein großes gemischtes Wohnprojekt
   
   
Projektbeteiligte 
Initiatorineine Gruppe von 15 Frauen im Alter von 44 bis 84 Jahren, die aus der Initiative „Gemeinschaftliches Wohnen und Altwerden“ hervorging
EigentumImmobilienfonds der Dr. Görlich GmbH
ArchitekturArchitekturbüro Faber/Krebs, Berlin Projektdaten Das Frauenwohnprojekt wurde als Modellprojekt „Gemeinschaftliches Leben und Altwerden für Frauen“ im Rahmen eines größeren Neubauprojekts verwirklicht. Neben weiteren Wohnungen enthält das Bunte Haus Räume für verschiedene soziale und kirchliche Einrichtungen. Ein Gemeinderaum kann auch für Feierlichkeiten und Gruppen angemietet werden.
WohnungenDem Frauenwohnprojekt stehen neun 1-Zimmer-Wohnungen (45 m²) und zwei 2-Zimmer-Wohnungen mit gemeinsamen Wohnfluren, verteilt auf drei Etagen zur Verfügung. In den ersten zwei Jahren gab es zusätzlich eine WG-Wohnung für vier Frauen, die wegen finanzieller Mehrbelastungen auf Grund einer auferlegten Fehlbelegungsabgabe aufgelöst werden musste und nicht mehr von GWA-Frauen belegt werden konnte. Auf Grund des Wegfalls der Sozialwohnungsbauförderung und den daraus folgenden, teilweise sehr drastischen Mieterhöhung  im Jahr 2011    musste die Mehrheit der Bewohnerinnen des Frauenwohnprojekts ausziehen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten konnte. Das Projekt, das 16 Jahre gut funktioniert hat, wurde daraufhin  aufgelöst.
GemeinschaftsflächenFür alle BewohnerInnen des Bunten Hauses gibt es einen Begegnungsraum mit Küche für hauseigene Feste und Veranstaltungen, ein Gästezimmer und einen Werkraum sowie Fahrradkeller und Wäschetrockenraum.
Kosten/MietenAnfangsmiete (1996): 15 DM/m² (warm), Miete (2007): 400 € (warm).Miete zum Zeitpunkt der Auflösung des Frauenwohnprojekts bis zu 568 €. Die Mieterhöhungen nach Wegfallder Sozialwohnungsbau-Bindungen waren bei den einzelenen Wohnungen sehr unterschiedlich. Zunächst im 1. Förderungsweg des sozialen Wohnungsbaus gefördert. Im Jahr 2011 wurde die Förderung beendet.
Finanzierung/FörderungIm 1. Förderungsweg des sozialen Wohnungsbaus gefördert.
Das Gebäude wurde auf dem Grundstück der Markus-Gemeinde in Erbpacht nach einem Konzept des Diakonischen Werkes errichtet. Finanziert wurde es durch einen Immobilienfonds
ZielgruppenÄltere Frauen in verschiedenen Lebensformen
BewohnerInnenstrukturIm Bunten Haus leben insgesamt ca. 100 Menschen unter einem Dach, neben der Frauenwohngruppe sind das: kinderreiche Familien, ausländische Familien, allein erziehende Mütter, teilweise mit behinderten Kindern. Weiterhin gibt es zwei betreute Wohngemeinschaften des Reha-Vereins, eine betreute Kinder-Wohngemeinschaft und zwei StudentInnen-Wohngemeinschaften.
Die GWA-Frauen hatten sich aus organisatorischen Gründen dem Reha-Verein angeschlossen, unter dessen Ziele eine selbstbestimmte, für das Alter vorsorgende Wohn- und Lebensform als präventiver Ansatz eingepasst werden konnte.
ZielsetzungenFür die Frauen war es das Ziel, auch im Alter selbstbestimmt zu leben, unter einem Dach, in Kontakt miteinander, jedoch in eigenen Wohnungen und ohne Zwänge bezüglich gemeinschaftlicher Aktivitäten oder Verantwortungsübernahme für andere. Die vielfältigen Lebenserfahrungen, die die einzelnen mitbringen – ob als Single, aus Partnerschaft, eigener Familie oder beruflichem Engagement – werden als gegenseitige Bereicherung, aber auch die Unterschiedlichkeit als Herausforderung gesehen. Im Gesamtprojekt führt die soziale Mischung nicht selten zu Interessenskonflikten. Hilfreich sind hier die im Hause ansässigen Beratungseinrichtungen, aber auch gemeinsame Aktivitäten wie Feste und Angebote für Kinder.
Wenn soziale Kontakte schwieriger werden oder abbrechen, wenn körperliche Kräfte nachlassen, dann werden räumlich nahe und persönlich vertraute Menschen zur Lebenshilfe. So soll einer möglichen Isolation entgegengewirkt werden. Gegenseitige Anteilnahme und ein gewisses Maß an Verantwortung füreinander in einer größeren Gemeinschaft, einer Art Wahlfamilie, sollen selbst bestimmtes Altwerden ermöglichen. Für einige Bewohnerinnen ist auch die Einbindung in das Gesamtprojekt wichtig. Sie suchen Kontakte zu den anderen HausbewohnerInnen und engagieren sich in der Hausversammlung.
Vorsorgende Regelungen für Not- und Pflegefälle waren zunächst als Zukunftsprojekt gedacht, da die meisten Frauen beim Einzug noch kein hohes Alter hatten. Die Realität forderte dann jedoch sehr schnell Formen zu entwickeln, um mit solchen Situationen umzugehen.
PartizipationDie BewohnerInnen waren am Planungsprozess beteiligt.
Das Gesamtprojekt ist selbst organisiert. Die von allen nutzbaren Gemeinschaftsräume werden jeweils von einer/einem HausbewohnerIn verwaltet, für bestimmte Bereiche, wie die Einrichtung eines Begegnungsraumes und den Werkraum haben sich Gruppen gebildet.
Das Belegungsrecht war nicht von Anfang an geregelt, wurde aber durch einen MieterInnenbeirat erwirkt. Die Gruppe GWA hatte das Belegungsrecht für elf Wohnungen – bei Leerstand müssen die Kosten übernommen werden.
Als die Mieten erhöht wurden, gab die Gruppe das Belegungsrecht im Jahr 2008 an die Verwaltung zurück.
LageDas Haus in Steglitz-Zehlendorf, liegt direkt am Steglitzer Stadtpark und ist zugleich gut versorgt mit kleinen Läden. Es liegt fußläufig zum Steglitzer Zentrum, das auch per Bus zu erreichen ist.
GebäudeDas Gebäude fällt schon von weitem auf, die vielfarbige Fassade, das leuchtende Blau der Giebelwand, die Balkone mit üppig bunten Blumen. Schon äußerlich wird symbolisiert, was sich an „Buntem“ im Inneren wieder findet, eine Ästhetik allerdings auf Kosten größerer Öffnungsflächen zum Park, da große Teile der Fassade mit farbigen Paneelen verschlossen sind, was nicht einhellig goutiert wird. Die GWA-Wohnungen sind zur Straße mit einem durchgängigen Balkonbereich verbunden, der auf Wunsch der Bewohnerinnen abgeteilt wurde. Auf der Hofseite bieten die hellen, freundlich gestalteten Flure einen zusätzlichen Wohnbereich, der zum Gesamtflur und zum Treppenhaus mit Türen abgetrennt und je nach Kontaktbedürfnis für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Die Ausstattung ist an „altengerechten“ Standards orientiert wie Schwellenfreiheit (es soll möglich sein, sich „schlurfend“ durch die Wohnung zu bewegen), teilweise bodengleiche Duschen bzw. Badewannen mit Vorrichtung für einfachen Umbau sowie gute Erreichbarkeit von Arbeitsplatten und Schränken in den Küchen.
AussenanlagenIm Hofbereich konnte die Gruppe die vorgesehene rein kleinkindbezogene Gestaltung abwenden und einen Teil für sich besetzen.
Chronik1991: Beginn der Arbeit der GWA-Gruppe
1992: Vergabe des Baugrundstückes der Markusgemeinde an das Diakonische Werk (in Erbpacht)
1993: Anbindung des GWA-Projektes an den Reha-Verein Steglitz
1994: Baubeginn
1996: Einzug
2002: Trennung von Reha-Steglitz
2003: Einzelmietverträge
2005: Gründung einer GbR
 
2008: Aufgabe der GbR, des Belegungsrechtes und aller damit verbundenen Verpflichtungen.
2011: Wegfall der Sozialwohungsbauförderung, dadurch drastische Mieterhöhungen.
Auszug von 5  Bewohnerinnen davon 3 in Wohnungen der Umgebung. $ Frauen sind in den letzten Jahren verstorben.
 
Die Kontakte der ehemaligen Mitfrauen des Projekts bestehen weiter.
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Wohn-/Lebensraum für das Alter in einer vielfältigen Umgebung
  • Selbstverwaltung
  • gegenseitige Anteilnahme und Verantwortung für einander
  • politische Arbeit durch Öffentlichkeitsarbeit
  • ansatzweise altengerechte Ausstattung
  • Gemeinschaftsflächen in der Wohngruppe und im Gesamtprojekt, auch im Freien
  • gute Infrastruktur- und ÖPNV-Anbindung
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