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Frauengerechtes Bauen und Wohnen Wiesbaden

   
TypFrauengerechter Wohnungsbau
StandortWiesbaden
Projektierungsbeginn1992
Fertigstellung/Erstbezug1997
KontaktMarion Schmitz
Nassauische Heimstätte, Gesellschaft für innovative Projekte im Wohnungsbau mbH
http://www.naheimst.de
SchwerpunkteModellprojekt für emanzipative Wohnformen mit umfangreichem Beteiligungsverfahren
BesonderheitWettbewerb für die qualitative Weiterentwicklung des Sozialen Wohnungsbaus aus der Frauenperspektive
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinHessisches Ministerium für Landesentwicklung, Wohnen, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz
EigentumNassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH
ArchitekturKlaudia Hornung und Michael Spies, Frankfurt
Kooperation Stadt Wiesbaden
Projektforschung Institut für Wohnen und Umwelt, Darmstadt
Projektentwicklung Nassauische Heimstätte, Gesellschaft für innovative Projekte im Wohnungsbau (Projektentwicklung und Moderation des Beteiligungsverfahrens)
ProjektumfangSozialer Mietwohnungsneubau mit einer Grundstücksgröße von 3.570 m² und einer Gesamtwohnfläche von 1.970 m².
Wohnungen28 Wohneinheiten mit ein bis vier Zimmern und 30 m² bis 99 m². Alle Wohnungen verfügen über MieterInnengärten oder großzügige Dachterrassen. Zwei Wohnungen wurden bereits beim Erstbezug zusammengeschaltet. Eine Wohneinheit ist behindertengerecht, fünf sind barrierefrei ausgeführt.
GemeinschaftsflächenEin Gemeinschaftsraum mit 21 m², ein Café mit 63 m².
sonstige Flächen Ein Kindergarten mit 54 m².
Kosten/MietenGesamtkosten: ca. 8,7 Mio DM für den Wohnungsneubau incl. Kindergarten und Gemeinschaftsraum (ohne Café). Baukosten für die Wohnungen: 2.500 DM pro m² Wohnfläche. Anfangsmiete (1997): 9,30 DM pro m² Wohnfläche (Nettokaltmiete).
Finanzierung/FörderungEigenmittel der Bauherrin: 1,4 Mio DM. Baudarlehen im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus: 4,1 Mio DM und Darlehen der Stadt: 2,6 Mio DM.
Die Landesmittel des Sozialen Wohnungsbaus (1. Förderungsweg,) und die Mitfinanzierung durch die Stadt Wiesbaden wurden bereits in einem sehr frühen Stadium in Aussicht gestellt.
Die Nassauische Heimstätte finanzierte den Moderationsprozess.
ZielgruppenErwerbstätige und insbesondere allein erziehende Frauen.
ZielsetzungenZiel des Bauvorhabens war es, ein Wohnprojekt zu entwickeln, das den unterschiedlichen Wohn- und Lebensbedürfnissen von Frauen und der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie gerecht wird. Frauengerechtes Bauen und Wohnen wurde hier als ein emanzipatorischer Vorgang verstanden und umfasste eine ganzheitliche Wohnbauplanung, die auf Lebenszusammenhänge und auf das dazugehörige Umfeld besonders eingeht. Der dem Bau des Projektes vorgeschaltete Wettbewerb sollte Anregungen für eine qualitative Weiterentwicklung des Sozialen Wohnungsbaus aus der Frauenperspektive entwurflich umsetzen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollten außerdem Anreiz für weitere Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften sein, ähnliche Projekte zu realisieren. Daher war die Wiederholbarkeit der umgesetzten Lösungen im Rahmen von normalen Wohnungsbauvorhaben ein wichtiges Prinzip des Wettbewerbs.
PartizipationDie zukünftigen BewohnerInnen erhielten bereits 14 Monate vor Bezug der Wohnungen die Möglichkeit, ihre zukünftigen NachbarInnen kennenzulernen. Alle MieterInnen konnten sich nach Vorlage der Grundrisse ihre „Wunschwohnung“ im Projekt selbst aussuchen. Es bestanden Wahlmöglichkeiten bei Bodenbelägen und Tapeten. Die Nutzung des Kommunikations-/Gemeinschaftsraumes, die Organisation des gesamten Betriebs der Gemeinschaftseinrichtungen und die Erarbeitung einer eigenen Hausordnung waren weitere Kernpunkte der Beteiligung.
Im September 1996 entstand innerhalb der MieterInnenschaft die „Elterninitiative Kraut und Rüben“, die eine integrative Kinderbetreuungsstätte auf dem Projektgelände betreibt.
Architektur und Stadtplanung
LageDas Projektgebiet liegt im Wiesbadener Ortsteil Mainz-Kastel. Der Anteil an Sozialwohnungen in diesem Stadtviertel ist überdurchschnittlich hoch. Die ÖPNV-Verbindung in die Mainzer Innenstadt ist gut, Bushaltestellen sind in weniger als fünf Minuten zu erreichen, wobei die Verbindung in die Innenstadt von Wiesbaden verbesserungswürdig ist. Die Einrichtungen des täglichen Bedarfs sowie ein Hallenbad, mehrere Sportplätze, eine Gesamtschule und verschiedene Betreuungseinrichtungen für Kinder befinden sich in fußläufiger Entfernung.
GebäudeDas Projekt besteht aus zwei 3-geschossigen Wohngebäuden, die als Zweispänner organisiert sind. Einer der Baukörper wird durch Laubengänge, der andere durch ein innenliegendes Treppenhaus erschlossen. Zwischen den Baukörpern liegen zwei kleinere 1-geschossige Gebäude mit Café und Räumen zur Kinderbetreuung, so dass ein ansprechendes städtebauliches Ensemble entstand. Das gewählte Grundrissraster von 3,50 m x 4,50 m ermöglicht eine weitgehende Nutzungsneutralität der Räume (ca. 14,5 m²) und garantiert eine maximale Flexibilität. Die Erschließungsfläche wurde durch Überlagerung des Eingangsbereiches mit der Wohnfläche minimiert. Schalträume ermöglichen Flächenveränderungen (die MieterInnen sind verpflichtet, bei Veränderung der BewohnerInnenkonstellation der Schaltung von Räumen zuzustimmen): Die Wohnungen können in der mittleren Zone, der Flurzone, über Türen miteinander verbunden werden. So können z. B. zwei Alleinerziehende ihre Wohnungen verbinden und den Alltag miteinander organisieren. Alle Wohnungen verfügen über einen direkt zugeordneten Freibereich als Balkon, Terrasse oder direkten Zugang in den Garten.
AussenanlagenDurch die Ausweisung des Ratsherrenwegs als Spielstraße und die entsprechende Anordnung der Parkplätze wird der Fahrverkehr auf reinen Anliegerverkehr reduziert.
ÖkologieDie Ost-West-Ausrichtung der Gebäude verhindert eine Verschattung der angrenzenden Reihenhäuser und ermöglicht eine Nord-Süd-Ausrichtung der Wohnungen.
Chronik1992: Erste Initiative zum Realisierungswettbewerb durch das Hessische Ministerium für Landesentwicklung, Wohnen, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz; die Nassauische Heimstätte Frankfurt erklärt sich bereit, die Bauherrenschaft zu übernehmen
1993: Landesweite Auslobung des Realisierungswettbewerbs
1995: Baubeginn
September 1996: Gründung der „Elterninitiative Kraut und Rüben“
1997: Fertigstellung
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Schaffung von Wohnraum, der die Vereinbarung von Beruf und Familienarbeit unterstützt, als Modell für die Normen des Sozialen Wohnungsbaus
  • Veränderbarkeit der Wohnungen durch Schalträume (zwei Wohnungen wurden bei Erstbezug zusammengeschaltet)
  • teilweise Barrierefreiheit
  • annähernd gleich große Wohnräume
  • Küchen als Arbeits- und Wohnraum (offene Wohnküchen)
  • MieterInnengärten
  • Gemeinschaftsraum zur Nutzung durch die MieterInnen und Café als öffentliche Einrichtung
  • gut beleuchtete Fußwege zu den Parkplätzen
  • teilweise Verkehrsberuhigung
  • Kindereinrichtungen innerhalb der Wohnanlage (Kita und zwei Kinderspielplätze, Spielstraße)
  • Nähe zu vielfältigen Versorgungseinrichtungen und zum ÖPNV
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