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Dokumentation – Projekte nach Typ

Beginenstiftung Tübingen (Beginenhaus Mauerstraße)

   
TypBeginen
StandortTübingen
Projektierungsbeginn2009
Fertigstellung/ErstbezugEnde 2012
Kontakt info[at]beginenstiftung.de
http://www.beginenstiftung.de
http://www.dachverband-der-beginen.de/tuebingen-mauerstr.php
SchwerpunkteProjekt einer neu gegründeten, sozial orientierten feministischen Stiftung mit Multiplikatorinnenfunktion und besonderem Finanzierungskonzept. Das Haus ist das zweite Beginenhaus in Tübingen.
BesonderheitDas Projekt ist eines von 30 Preisträgerinnen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Frühjahr 2009 ausgeschriebenen Wettbewerbs „Wohnen für (Mehr-) Generationen – Gemeinschaft stärken, Quartier beleben".
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinBeginenstiftung Tübingen
EigentumBeginenhaus Mauerstraße gGmbH. Gesellschafterinnen sind der Hausverein Mauerstrasse und die Beginenstiftung
ArchitekturArchitekt Dietmar Wiehl, Tübingen
ProjektumfangDas Haus ist das zweite Beginenhaus in Tübingen.
WohnungenUmbau eines stark sanierungsbedürftigen Altbaus. Geschaffen wurden 7 abgeschlossene 2-Zimmer-Wohnungen von 43 bis 61 qm Wohnfläche, mit Duschbad und Küche bzw. Küchenzeile (davon 5 Wohnungen mit Balkon) sowie 3 Studentinnen-Apartments.
GemeinschaftsflächenEin großzügiger Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss mit Küche und Treppe zum kleinen Garten, 2 Gästeapartments, die auch fremd vermietet werden, sowie ein Pflegebad (mit Badewanne) und ein Meditationsraum im Keller.
Nutzfläche insgesamt 545 m², davon Gemeinschaftsflächen 104 m² (= 19% der Nutzfläche).
sonstige Flächen Ein 16 m² großer Büroraum, der von der Beginenstiftung genutzt wird.
Kosten/MietenMonatliche Kaltmieten von 10,50 € bis 13,50 € je m². Die Fixkosten der Gemeinschaftsflächen sind eingeschlossen. Die Nebenkosten (einschließlich Heizung) werden auf 2 € je m² Wohnfläche geschätzt (Stand 2013; die Nebenkostenabrechnung ist noch nicht erfolgt).
Finanzierung/FörderungFinanzierung des zweiten Beginenhauses: Je Bewohnerin war eine zinslose Pflichteinlage von 50.000 € zu leisten, die bei Auszug/Tod zurückgezahlt wird. Für 2 Wohnungen wurde diese Pflichteinlage aus dem Preisgeld des gewonnenen  Wettbewerbs finanziert.
Weitere Finanzierung: Sondereinlagen (je 50.000 €) von 4 Bewohnerinnen; Privatdarlehen von 3 Bewohnerinnen; KfW-Darlehen.
ZielgruppenAllein stehende Frauen aller Altersgruppen, die die Fähigkeit und Bereitschaft zu gemeinschaftlichem Frauenwohnen mitbringen. Jedes Projekt muss eine soziale Mischung aufweisen. Frauen mit Geld sind ausdrücklich erwünscht, weil ohne sie solch ein Projekt nicht zustande kommt. Sie müssen dafür sorgen, dass auch Frauen mit geringem Einkommen von Anfang an mitwohnen können. Die Stiftung wird in ferner Zukunft Singlefrauen mit geringem Einkommen mit einem Mietzuschuss unterstützen. (Auf absehbare Zeit hat sie dafür leider kein Geld!)
ZielsetzungenAngestrebt wird eine anregende, spirituellen Fragen aufgeschlossene Gemeinschaft aus selbständigen Frauen jeden Alters, die selbst bestimmt und eigenverantwortlich in einer solidarischen, Geborgenheit gebenden Umgebung leben wollen, die bereit sind, an einem langfristigen Lebensmittelpunkt für Frauen mitzuarbeiten und so positiv zum sozialen Wandel beizutragen - und hier alt werden können.
Von den künftigen Bewohnerinnen wird die Bereitschaft erwartet, sich auf eine Frauengemeinschaft verbindlich einzulassen, für das Gelingen des Miteinanders bestimmte Pflichten verbindlich zu übernehmen, das Bedürfnis, die Eigenständigkeit zu bewahren und gleichzeitig die Grenzen der Mitfrauen zu respektieren sowie der Wunsch, achtsam, offen und ehrlich mit den anderen umzugehen und Konflikte in einer konstruktiven Form zu bewältigen und die Absicht, anderen Unterstützung anzubieten und sie selber auch anzunehmen.
Männer können nicht auf Dauer im Haus wohnen, sind aber als Gäste willkommen.
Diese Zielsetzungen bestehen nach wie vor; die Erfahrung des Zusammenlebens (nach 1 ½ Jahren) zeigt aber, dass sie  - insbesondere bezüglich der Kommunikation - nicht einfach zu realisieren sind. Wir arbeiten dran!
PartizipationAb Juli 2006 bestand eine Startergruppe aus zunächst zwei Frauen, die das Projekt zielorientiert vorantrieb und die Entscheidungen traf. Die Gruppe vergrößerte sich langsam zu einer Projektgruppe. Alles wurde gemeinsam besprochen und entschieden. Die Mitgliedschaft in der Projektgruppe war an ein Eintrittsgeld von 500 € gebunden, von dem alle anfallenden Kosten (z. B. für Zeitungsanzeigen und juristische Beratungen) bestritten wurden. Die Gruppe richtete den offenen Projekttreff aus, das Forum für weitere Interessentinnen, die die bestehende Gruppe kennen lernen und Näheres über das Projekt erfahren wollten. Gemeinsam ging man auf Standortsuche und bemühte sich um ca. 10 Standorte, ohne Erfolg und mit dem Ergebnis, dass die Zusammensetzung der Projektgruppe sich jedes Mal änderte. Erst 2009 wurde mit Hilfe der Stadt der jetzige Standort gefunden. In 2010 konstituierte sich die jetzige Bewohnerinnengruppe. Hausverein und gGmbH wurden gegründet. Ende 2010 wurde das Grundstück gekauft; ab Herbst 2011 wurde das Haus saniert; es wurde wesentlich teurer als geplant. Einzug im Dezember 2012. 
Architektur/Städtebau
LageDas Gebäude liegt unmittelbar am Rande der Altstadt mit allen Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Es ist also bestens geeignet für ältere Frauen, aber auch für die mit im Haus lebenden ausländischen Studentinnen, die das Flair der Altstadt genießen wollen. Alle Bewohnerinnen finden die Lage ausgezeichnet!
GebäudeEin umgebauter Altbau mit drei Voll- und zwei Dachgeschossen, teilweise französischen Fenstern und kleinen Balkonen. Das Haus ist weitgehend barrierefrei (mit Fahrstuhl).
ÖkologieDas alte Gebäude wurde nahezu vollständig entkernt und mit ökologischen Baustoffen neu ausgebaut. Neben einer Wärmedämmung auf der Fassade wurde eine die Gaszentralheizung unterstützende Solaranlage auf dem Dach installiert, wodurch die energetische Bilanz um 15 % besser ist als ein entsprechender Neubau.
Chronik2003: Gründung der Beginenstiftung
2004 wurde das ehemalige (damals leer stehende) Frauenhaus in Hagelloch von der Stiftung erworben und nach Umbau als erstes Frauenwohnprojekt in Tübingen eröffnet (siehe Dokumentation Projekt Tübingen Hagelloch).
Februar 2005: Bemühung um das „Nonnenhaus“, ein historisches Beginenhaus. Es wurden jedoch nicht genügend Geldgeberinnen/Stifterinnen gefunden.
Juli 2006: Gründung einer Startergruppe für ein zweites Frauenwohnprojekt mit Beteiligung der Stiftung. Intensive Standortsuche.
Sommer 2008: Die Bewerbung auf ein städtisches Gebäude in der Tübinger Südstadt scheitert, das Haus wird anderweitig vergeben, die Stadt sagt jedoch ein Ersatzgebäude zu. 
Oktober 2004: Bezug
Ab 2009 wird das erste Darlehen zur Rückzahlung fällig
Februar 2005: Bemühung um das „Nonnenhaus“, ein historisches Beginenhaus, was daran scheitert, dass nicht genügend Geldgeberinnen/Stifterinnen gefunden werden können
Mitte Juli 2006: Gründung einer Planungsgruppe, um den Planungsprozess verbindlich zu gestalten
2007: an einer neuen Rechtsform, einer GmbH aus Stiftung und Hausverein wird gearbeitet. Sobald die vierte Frau gefunden ist, soll ein Hausverein gegründet werden, der später Generalmieter des Hauses wird
Sommer 2008: Die Bewerbung auf ein städtisches Gebäude in der Tübinger Südstadt scheitert, das Haus wir anderweitig vergeben, die Stadt sagt jedoch ein Ersatzgebäude zu.
Dezember 2010: Kauf des im Besitz der kommunalen Wohnungsbau-gesellschaft (GWG) befindlichen Hauses Mauerstraße 3 in Tübingen.
Dezember 2012: Einzug der Bewohnerinnen (noch während der Endphase der Bauarbeiten)
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Sicherung der Häuser in Frauenhand (durch Stiftung)
  • Selbstorganisation und Selbstverwaltung der Häuser
  • Konzept der gegenseitigen Unterstützung
  • Umweltverträglichkeit der Gebäude
  • Barrierefreiheit für das Wohnen(bleiben) im Alter und/oder mit Behinderungen
  •  Das Beginenhaus Mauerstr. versteht sich als Pilotprojekt, das mutigen Starterfrauen mit Rat und Tat zur Seite steht.
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