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Dokumentation – Projekte nach Typ

Beginenstiftung Tübingen (Beginenhaus Hagelloch)

   
TypBeginen
StandortTübingen
Projektierungsbeginn2004
Fertigstellung/Erstbezug2004
Kontakt info[at]beginenstiftung-tuebingen.de
beginenstiftung[at]t-online.de
http://www.beginenstiftung-tuebingen.de
SchwerpunkteProjekt einer neu gegründeten, sozial orientierten feministischen Stiftung mit Multiplikatorinnenfunktion
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinBeginenstiftung Tübingen
EigentumBeginenstiftung Tübingen
ArchitekturDipl. Ing. Ute Schlierf
ProjektumfangUmbau eines ehemaligen, ca. 600 Jahre alten Bauernhauses zum ersten Beginenhaus in Tübingen (ein weiteres ist in Planung).
WohnungenDrei Wohnungen, eine davon eine abgeschlossene DG-Wohnung mit 62 m², die anderen beiden, 52 m² und 74 m² groß, nicht abgeschlossen mit variabel kombinierbaren Räumen.
GemeinschaftsflächenEin 13 m² großer Gemeinschaftsraum, eine Waschküche und der Garten mit 220 m².
Kosten/Mieten266.000 € Kaufpreis (incl. der Erwerbsnebenkosten) und 81.000 € Umbaukosten. Die Miete für die geförderten Wohnungen beträgt 2007 4,70 €/m² und ist abhängig vom Einkommen der Bewohnerinnen. Die frei finanzierte Wohnung kostet 7,00 €/m².
Finanzierung/FörderungFinanziert wurde das Projekt mit einem Darlehen, das durch Zustiftungen und Spenden gestützt wurde.
ZielgruppenAllein stehende Frauen aller Altersgruppen, die die Fähigkeit und Bereitschaft zu gemeinschaftlichem Frauenwohnen mitbringen, sowohl Stifterinnen als auch Begünstigte. Die Stiftung begünstigt Singlefrauen mit geringem Einkommen, die sich durch bürgerschaftliches Engagement und Gemeinsinn ausgezeichnet haben.
BewohnerInnenstrukturErstbelegung Beginenhaus Hagelloch: insgesamt neun Frauen, darunter zwei Mütter mit ihren insgesamt fünf Kindern und eine Studentin. Im Herbst 2007 wohnen hier drei Alleinerziehende mit insgesamt fünf Kindern.
ZielsetzungenAngestrebt wird eine anregende, spirituellen Fragen aufgeschlossene Gemeinschaft aus selbstständigen Frauen jeden Alters, die selbst bestimmt und eigenverantwortlich in einer solidarischen, Geborgenheit gebenden Umgebung leben wollen, die bereit sind, an einem langfristigen Lebensmittelpunkt für Frauen mitzuarbeiten und so positiv zum sozialen Wandel beizutragen - und hier alt werden können.
Von den künftigen Bewohnerinnen wird die Bereitschaft erwartet, sich auf eine Frauengemeinschaft verbindlich einzulassen, für das Gelingen des Miteinanders bestimmte Pflichten zuverlässig zu übernehmen, das Bedürfnis, die Eigenständigkeit zu bewahren und gleichzeitig die Grenzen der Mitfrauen zu respektieren sowie der Wunsch, achtsam, offen und ehrlich mit den anderen umzugehen und Konflikte in einer konstruktiven Form zu bewältigen und die Absicht, anderen Unterstützung anzubieten und sie selber auch in Anspruch zu nehmen.
Männer können nicht auf Dauer im Haus wohnen, sind aber als Gäste willkommen.
PartizipationErwerb und (Aus)Bau der Häuser sind initiiert durch die Beginenstiftung Tübingen, die von Frauen für Frauen gegründet wurde. Der Kauf eines Objektes bzw. Grundstückes erfolgt erst, wenn sich ausreichend viele Interessentinnen für eine verbindliche Beteiligung gefunden haben. Sie bilden eine Vorbereitungsgruppe, die maßgeblichen Einfluss auf die Planung nimmt und sich in dieser Vorbereitungsphase eingehend kennen lernt. Diese Wohngruppe mietet die Wohnungen von der Stiftung mit Dauerwohnrecht – zu moderaten Preisen, wobei Stiftungsbegünstigte eine Mietminderung in Anspruch nehmen können, soweit die Stiftung dafür Mittel zur Verfügung hat. Die Wohngruppe verwaltet und organisiert das Haus selbst.
Das Haus wurde von der Stiftung gekauft und in sehr kurzer Zeit ohne Beteiligung späterer Bewohnerinnen umgebaut. Die erste Mieterin wurde von der Stiftung ausgewählt und diese suchte dann die weiteren Mitbewohnerinnen aus. Die Auswahl neuer Bewohnerinnen liegt bei den jetzigen Bewohnerinnen, ebenso Entscheidungen über die Nutzung der Gemeinschaftsräume.
LageDas unter Denkmalschutz stehende Gebäude liegt sehr ländlich im Tübinger Ortsteil Hagelloch.
GebäudeDas Gebäude ist 2-geschossig mit Dachgeschoss unter hohem Steildach und wurde Anfang der 1990er Jahre von „Frauen helfen Frauen“ gründlich renoviert. Das Gebäude war danach als Frauenhaus genutzt worden. Diese Nutzung musste aufgegeben werden, weil die Adresse durch eine Indiskretion der Telekom bekannt geworden war. Der Gemeinschaftsraum und das Gästezimmer können je nach Bedarf der unteren Wohnung zugeordnet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die großzügige Diele im EG als Gemeinschaftsraum zu nutzen.
AussenanlagenZu dem Gebäude gehört ein größerer Garten, der leider durch eine Anliegerstrasse vom Gebäude getrennt ist. Der Verkehr ist allerdings so gering, dass Kinder gefahrlos spielen können.
ChronikJuli 2004: Kauf des ehemaligen (damals leerstehenden) Frauenhauses in Hagelloch und Umbau innerhalb von 2,5 Monaten
Oktober 2004: Bezug
Ab 2009 wird das erste Darlehen zur Rückzahlung fällig
Entwicklungen seit Erstbezug Die Beginenstiftung hat ein neues Finanzierungs- und Trägerkonzept entwickelt. Die Projekte, bislang Eigentum der Beginenstiftung, sollen künftig mittels einer GmbH aus Stiftung und Hausverein gegen Privatisierung, Umnutzung und Spekulation geschützt werden und den Bewohnerinnen ein lebenslanges Wohnrecht in einer überschaubaren Gemeinschaft und ohne die Last des Eigentums ermöglichen. Mit der neuen Rechtsform soll der Stiftung ermöglicht werden, viele Projekte abzusichern, ohne sich finanziell und personell zu überfordern. (Das GmbH-Modell wurde vom Mietshäuser-Syndikat in Freiburg übernommen, wo es sich seit über 20 Jahren bewährt, siehe die Erläuterungen im Leitfaden, Kapitel Rechtsformen).
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Sicherung der Häuser in Frauenhand (durch Stiftung)
  • Selbstorganisation und Selbstverwaltung der Häuser
  • Konzept der gegenseitigen Unterstützung
  • Umweltverträglichkeit der Gebäude
  • Barrierefreiheit für das Wohnen(bleiben) im Alter und/oder mit Behinderungen
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