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Dokumentation – Projekte nach Typ

Alternatives Wohnen

   
TypWohnprojekte für Alleinerziehende
StandortRecklinghausen
Projektierungsbeginn1990
Fertigstellung/Erstbezug1999
Kontakt kontakt[at]wbb-nrw.de
http://www.wohnbund-beratung-nrw.de
http://www.fh-bochum.de/fb1/af-iba/078-wohnen-suedstadt.htm
SchwerpunkteProjekt der IBA Emscherpark mit ökologischen Zielsetzungen, integriert in ein Gesamtprojekt
BesonderheitEs wurde ein beschränkter Realisierungswettbewerb durchgeführt (Mehrfachbeauftragung von drei Architektinnenteams, die durch die VertreterInnen von Interessenverbänden und Vereinen sowie zukünftigen MieterInnen ausgewählt worden waren).
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinWohnungsgesellschaft Recklinghausen mbH in Zusammenarbeit mit dem Verband allein stehender Väter und Mütter und dem Recklinghausener Frauenhausverein
EigentumWohnungsgesellschaft Recklinghausen
ArchitekturUrsula Ringleben und Christa Reicher, Aachen
Kooperation IBA Emscher Park GmbH, Stadt Recklinghausen, WohnBund-Beratung NRW
ProjektumfangSozialer Mietwohnungsneubau auf einem 5.327 m² großen Grundstück mit einer Gesamtwohnfläche von 2.770 m².
Wohnungen36 Wohneinheiten, davon drei 1-Zimmer-Wohnungen, sieben 2-Zimmer-Wohnungen, 22 3-Zimmer-Wohnungen, drei 4-Zimmer-Wohnungen und zwei 5-Zimmer-Wohnungen mit 47 m² bis 102 m². Der Frauenhausverein erhielt davon ein Kontingent von vier Wohnungen zur Weitervermietung an Frauen, die das Frauenhaus verlassen.
Gemeinschafsanteil
Im Innenbereich der Wohnanlage wurde ein in eine Wohnung umwandelbares Gemeinschaftshaus mit 76 m² errichtet.
Kosten/MietenGesamtkosten: 9,3 Mio DM. Anfangsmiete (1994): 7,50 DM pro m² (Nettokaltmiete), Miete Ende 1997: 9,00 DM zuzüglich ca. 3,00 DM Nebenkosten pro m².
Finanzierung/FörderungFörderung im Rahmen des Modellprogramms „Zukunftsweisender Wohnungsbau in NRW“
ZielgruppenInsbesondere allein erziehende Frauen, für die 23 der 37 Wohnungen vorgesehen sind, sowie SeniorInnen, Paare und Singles. Zunächst vier, inzwischen zwei Wohnungen stehen für Frauen in Notsituationen bereit. Hier werden befristete, zweijährige Mietverträge abgeschlossen.
ZielsetzungenZiel der Wohnungsbaugesellschaft war es, ein Wohnprojekt für am Wohnungsmarkt benachteiligte Gruppen zu bauen. Angeregt durch eine intensive Diskussion mit dem „Verband allein erziehender Mütter und Väter“ und dem Frauenhausverein entstand die Idee, ein Wohnprojekt für Alleinerziehende zu entwickeln. Im Rahmen des Neubauprojektes sollte Wohnraum für Personengruppen geschaffen werden, die nur schwer bezahlbaren und angemessenen Wohnraum finden. Neue Formen des Zusammenlebens sollten verstärkt ermöglicht werden. Eine wesentliche Grundlage hierzu sollte das Gemeinschaftshaus der Wohnanlage bilden, das allerdings nicht in der beabsichtigten Weise angenommen wurde.
Zu den ersten Projektüberlegungen gehörte die Integration eines Frauenhauses. Aus Gründen der Sicherheit und der notwendigen Anonymität eines Frauenhauses, die bei diesem Projekt nicht zu gewährleisten war, wurde diese Idee jedoch verworfen und statt dessen ein „Frauenhaus zweiter Stufe“, d. h. Wohnungen für Frauen, die aus dem Frauenhaus in eine neue Wohnung ziehen wollen, integriert.
PartizipationDie möglichst frühzeitige Beteiligung der MieterInnen am Planungs- und Umsetzungsprozess war ein wichtiger programmatischer Bestandteil des Projekts. Die künftigen Nutzerinnen wurden sowohl in das Wettbewerbsverfahren einbezogen, als auch in der Entwurfsphase mit ihren Wünschen berücksichtigt. Für das Gemeinschaftshaus entwickelten sie eigene Konzepte – vom Spielhaus bis zum Versammlungsraum.
LageDas Eckgrundstück Grullbadstraße/Bochumer Straße liegt im vorwiegend von ArbeiterInnen bewohnten Ortsteil Recklinghausen-Süd mit einem deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegenden Anteil benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Infrastruktureinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten sind zu Fuß gut zu erreichen – die Haupteinkaufsstraße beginnt „gleich um die Ecke“ – eine Kindertagesstätte wurde in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet.
GebäudeDas Projekt wurde als Straßenrandbebauung entlang der stark befahrenen Grullbadstraße errichtet. Es besteht aus vier 3-geschossigen Gebäuden mit jeweils sechs bis acht Wohnungen, wobei die Möglichkeit zur Zusammenlegung von Wohnungen gegeben ist, z. B. für Wohngemeinschaften. In einem Gebäudeteil ermöglichen Schalträume die Veränderung der Wohnungsgrößen. Die vollkommen gleich großen Wohnräume können z. T. verbunden werden und sind alle vom kompakten Flur aus erschlossen. Die separaten Küchen, an die sich ein Wintergarten, Balkon oder Terrasse nach Osten Richtung Straße anschließt, können mit einem der Wohnräume verbunden werden. Alle Räume, auch die Bäder, sind gut belichtet.
AussenanlagenDie parallel zur Straße geführte Erschließungsstraße ebenso wie die straßenabgewandte Grünanlage bieten viel Raum für Kinderspiel. Im Gartenbereich waren ein Kinderspielplatz und ein MieterInnengarten („Grabeland“) entstanden, die jedoch zwischenzeitlich genauso wie das im Innenbereich gelegene Gemeinschaftshaus nicht mehr genutzt werden bzw. nicht mehr existieren.
ÖkologieDie Gebäude wurden in Niedrigenergiestandard errichtet, auf eine umweltverträgliche Materialwahl wurde geachtet, außerdem gibt es eine Regenwasserversickerung.
Chronik1990: Ein Wohnbundkongress gibt Anregung zum Projekt; Recklinghausen plant ein Projekt für am Wohnungsmarkt benachteiligte Gruppen
1991: Das Projekt wird in die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park aufgenommen
1992: Baubeginn
1994: Fertigstellung
1999: Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts
Entwicklungen seit Erstbezug Das Gemeinschaftshaus wurde in eine Wohnung umgenutzt, steht seit längerem leer. Durch hohe Fluktuation der MieterInnen sind die gemeinschaftlichen Aktivitäten inzwischen allerdings erheblich zurückgegangen. Vier Jahre nach Fertigstellung dieser Wohnungen wurden in einem zweiten Bauabschnitt zehn weitere Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten errichtet.
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Zugang zu (bezahlbarem) Wohnraum für Frauen in Notsituationen
  • Integration eines Frauenhauses der 2. Stufe
  • Planung durch Architektinnen unter Beteiligung der Nutzerinnen
  • für jede Person ein eigener Raum
  • absolut gleich große nutzungsneutrale Räume
  • Flexibilität durch Abtrennungs- und Verbindungsmöglichkeiten der Räume innerhalb einer Wohnung
  • Veränderbarkeit der Wohnungen durch Schalträume
  • Kommunikationsfördernder Gemeinschaftsbereich im Blockinnern
  • Kindertagesstätte auf dem Nachbargrundstück
  • Nähe zu Kinder- und Versorgungseinrichtungen und zum ÖPNV
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