Navigation überspringen
homeimpressum/kontaktdrucksitemapverzeichnisse

Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Förderung

Förderungen des Bundes

Trotz der primären Zuständigkeit der Bundesländer für den Wohnungssektor fördert auch der Bund die Verbesserung der Wohnverhältnisse auf unterschiedliche Weise. Im Wesentlichen handelt es sich um

  • die Wohnungsbau-, Modernisierungs- und Energieeinsparförderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • die Städtebauförderung einschließlich der Programme „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau Ost/West“ und der „Experimentelle Wohnungs- und Städtebau“
  • das Wohngeld sowie
  • die Einbeziehung der Wohneigentumsbildung in die „Risterrente“. [f_25].

Bitte wählen Sie ein Thema:

  • Förderungsprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank)

    Die KfW-Bankengruppe ist als „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ zur Umsetzung des „Marshall-Plans“ gegründet worden, mit dem die US-amerikanische und die britische Regierung in Zeiten des Kalten Krieges den Wiederaufbau in der Bundesrepublik Deutschland gefördert haben. Die Bank ist zu 80 % im Besitz des Bundes, die restlichen 20 % halten die Länder. Die KfW-Bankengruppe ist inzwischen auf sehr vielen Feldern aktiv. Für Wohnprojekte wichtig ist die KfW-Förderbank, die im Wesentlichen die Aufgabe hat, Kredite für als förderungswürdig erachtete Vorhaben aus unterschiedlichen Bereichen zu vergeben.

    Einer dieser Tätigkeitsbereiche ist der Bereich „Bauen, Wohnen und Energiesparen“, in dem derzeit Mittel aus folgenden Programmen angeboten werden:

    • KfW-Wohneigentumsprogramm
    • Ökologisch Bauen (ab 1.4.2009 „Energieeffizientes Bauen“)
    • Wohnraum Modernisieren
    • Altersgerecht Umbauen (ab 1.4.2009)
    • Öko-plus und CO2-Gebäudesanierungsprogramm (ab 1.4.2009 zusammengefasst im Programm „Energieeffizientes Sanieren“).

    Im Gegensatz zur Sozialen Wohnraumförderung sind die Förderprogramme nicht auf bestimmte Zielgruppen beschränkt. Es geht vielmehr um eine allgemeine Förderung des Wohnungsbaus und der Wohnungsmodernisierung sowie – und vor allem – um die Förderung von Maßnahmen zur Energieeinsparung. Antragsberechtigt sind sowohl selbstnutzende EigentümerInnen als auch InvestorInnen einschließlich kommunaler Wohnungsunternehmen sowie Genossenschaften.

    Die Bedingungen der einzelnen Programme sind unterschiedlich. Gemeinsam ist den Programmen, dass die Mittel nicht direkt bei der KfW, sondern bei der „Hausbank“ der Antragstellerin, die im Falle der Bewilligung eines Kredits auch die Gelder erhält und an die Empfängerin weiterleitet, beantragt werden müssen. Gemeinsam ist den Programmen auch eine gewisse Wahlfreiheit bezüglich der Dauer der Zinsfestschreibung und der Laufzeit. Zins- und Tilgungssatz der Kredite sind bei den einzelnen Programmen unterschiedlich, nicht alle Kredite haben einen verbilligten Zinssatz, teilweise liegt der Vorteil vor allem in der Bereitschaft der KfW zur nachtrangigen Sicherung der Kredite.

    Das Wohneigentumsprogramm
    Das Wohneigentumsprogramm soll die Wohneigentumsbildung selbstnutzender EigentümerInnen unterstützen, wobei die Unterstützung vor allem in der Gewährung eines nachrangig gesicherten Darlehens zu vergleichsweise günstigen Konditionen besteht. Bewilligt wird maximal ein Kredit in Höhe von 30 % der „angemessenen“ Gesamtkosten, die Kreditobergrenze liegt bei 100 000 €. Der Vorteil des KfW-Kredits liegt nicht so sehr in einer Zinsverbilligung wie in der Möglichkeit, für den Darlehensbereich oberhalb von 60 % der Beleihungsgrenze einen Kredit zu erhalten, der im Gegensatz zu einem Bausparkredit sehr langsam zurückbezahlt werden kann, denn die Tilgungsrate liegt bei nur 1 % (zuzüglich ersparter Zinsen). Außerdem wird eine Tilgungsaussetzung von einem bis fünf Jahren gewährt.

    Die KfW-Kredite können mit anderen Förderungen (z. B. mit Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung) kombiniert werden. Nicht nur aus diesem Grund können KfW-Kredite aus dem Wohneigentumsprogramm für solche Frauenwohnprojekte interessant sein, die ihr Projekt in Form des individuellen Wohnungseigentums nach Wohnungseigentumsgesetz realisieren wollen. Der Vorteil der KfW-Kredite ist auch, dass jede Eigentümerin unabhängig von den übrigen Projektmitgliedern einen solchen Kredit beantragen kann.

    Auch hier muss jedoch beachtet werden: Die Antragstellung auf einen KFW-Kredit muss spätestens unmittelbar nach Abschluss des Immobilien-Kaufvertrags geschlossen werden. Eine nachträgliche Antragstellung oder eine Umschuldung mit KfW-Krediten ist ausgeschlossen.

    Finanzierung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen im Rahmen des Wohnungseigentumsprogramms
    Diese Variante des KfW-Programms ist in hervorragender Weise auf die Realisierung von Wohnprojekten im Rahmen neu gegründeter Genossenschaften zugeschnitten, denn es ermöglicht Wohnprojektmitgliedern, Genossenschaftsanteile bis zu einer Höhe von 100 000 € durch einen langfristig laufenden Kredit (Laufzeit 20 Jahre) zu finanzieren. Damit wird es neuen (und selbstverständlich auch alten) Wohnungsgenossenschaften ermöglicht, als Voraussetzung für den Bezug einer Genossenschaftswohnung einen vergleichsweise hohen Eigenkapitalbeitrag in Form von Pflichtanteilen der Genossenschaft zu verlangen, auch wenn die Projektmitglieder keine entsprechend hohen Ersparnisse haben. Der Kredit kann bis zu 100 % der Geschäftsanteile betragen. Allerdings muss – wie bei allen KfW-Krediten – die Kreditnehmerin in der Lage sein, den Kapitaldienst (Zins und Tilgung) für diesen Kredit auch langfristig zu tragen, denn verlangt werden „bankübliche Sicherheiten“ und das bedeutet zumindest einen entsprechenden Einkommensnachweis.

    Programm „ökologisch bauen“ bzw. Energieeffizientes Bauen
    Im Programm „ökologisch bauen“, das ab 1.4.2009 durch das Programm „Energieeffizientes Bauen“ ersetzt wird, wird der Neubau von Wohngebäuden gefördert, die einen besonders geringen Energiebedarf haben. Unterschieden werden „Passivhäuser“ und „KfW-Effizienzhäuser 55“ bzw. „75“ [Kreditkonditionen] (früher „Energiesparhäuser 40 und 60“). Gefördert wird auch der Einbau von Heizungen auf der Basis erneuerbarer Energien, selbst wenn das Gebäude nicht den Standard eines Energiesparhauses erreicht. Bei diesem Programm werden die Zinsen durch Zuschüsse des Bundes abgesenkt. Hier liegt also eine echte Subventionierung vor. Ziel ist es, die durch die Energiesparmaßnahmen entstehenden zusätzlichen Investitionskosten durch die Zinsverbilligung ökonomisch attraktiv zu machen, da sich die Maßnahmen zwar gesamtwirtschaftlich und langfristig auch individuell (für Investorinnen und Bewohnerinnen) lohnen, zunächst aber durch höhere Investitionskosten zu Buche schlagen. Für Wohnprojekte, die auf einen hohen ökologischen Standard Wert legen, ist das Programm durchaus attraktiv. Bedingungen bezüglich der Nutzung bzw. Belegung sind mit dem Programm nicht verbunden. Möglich sind Kredite bis zu 50 000 € pro Wohnung.

    Programme für Wohnungen im Bestand
    Neben der Neubauförderung wird auch die Modernisierung von Wohnungen im Bestand durch KfW-Kredite unterstützt. Angeboten werden folgende Programme:

    • Das Programm „Standard“, bei dem Kredite für Verbesserung des Gebrauchswerts der Wohnungen, für Instandsetzungsmaßnahmen aber auch für Wohnumfeldmaßnahmen gefördert werden. Möglich ist auch die Förderung des An-/Einbaus von Balkonen, Terrassen, Aufzügen
    • Das (neue) Programm „Altersgerecht Umbauen“, bei dem sowohl EigentümerInnen als auch MieterInnen die Förderung von Maßnahmen beantragen können, die „Menschen unabhängig von Alter und jeglicher Einschränkung eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen“. Die Maßnahmen sollen sich an der DIN 18040 orientieren. Gedacht ist hier insbesondere an den Abbau von Barrieren in und um die Wohnung
    • Das Programm „Öko plus“, mit dem Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes der Gebäudeaußenhülle sowie Maßnahmen zur Erneuerung von Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Nah-/Fernwärme gefördert werden
    • Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, mit dem Maßnahmen gefördert werden, durch die Altbauten bezüglich des Energieverbrauchs auf Neubau-Standard nach Energieeinsparverordnung (EnEV) oder besser gebracht werden.

    Die beiden letztgenannten Programme werden zum Programm „Energieeffizientes Sanieren“ zusammengefasst. Gefördert werden in Zukunft sowohl Maßnahmen, die Altbauten auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses „70“ oder „100“ bringen als auch Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Programme enthalten eine Vielzahl von Varianten sowohl bezüglich der förderbaren Maßnahmen als auch in Bezug auf die Art der Förderung (Zuschuss- bzw. Kreditvariante). Die Zinsen für das Programm werden für 10 Jahre im Zins verbilligt, auch wird unter Umständen der Rückzahlungsbetrag um 5 % bis 12,5 % der Darlehenssumme gekürzt.

    Alle diese Programme können für Wohnprojekte interessant sein, die ihr Projekt im Wohnungsbestand realisieren wollen. Besonders günstige Bedingungen bieten allerdings vor allem die Programme bzw. Programmteile, in denen es um die Verbesserung der Energiebilanz der Gebäude oder auch um den altersgerechten Umbau geht.

    Die Inanspruchnahme der Kredite bzw. Zuschüsse setzt allerdings die Beachtung einer Vielzahl technischer Vorschriften sowie in den meisten Fällen die Begleitung der Maßnahmen durch eine anerkannte Sachverständige voraus, wobei für deren Tätigkeit ein Zuschuss gewährt werden kann. Die [KfW-Kredite] sind in aller Regel mit anderen Förderungen kombinierbar.

    Für jedes KfW-Programm gelten unterschiedliche Bedingungen, die hier nicht alle dargestellt werden können, zumal die Programme in vergleichsweise kurzen Abständen überarbeitet werden. Insbesondere werden die Zinssätze in Abhängigkeit von der Kapitalmarktentwicklung regelmäßig angepasst, wobei der Zinsverbilligungseffekt (der bei den einzelnen Programmen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist) in etwa erhalten bleibt.


    zum Textanfang zum Textanfang
  • Programme der Städtebauförderung sowie des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus
  • Das Wohngeld

zum Textanfang zum Seitenanfang