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Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Förderung

Schwerpunktsetzungen der Bundesländer bei der Sozialen Wohnraumförderung – für Frauenwohnprojekte interessante Programme und Fördervarianten

Die Bundesländer nutzen ihre Kompetenzen zur Ausgestaltung der Sozialen Wohnraumförderung zur Festlegung von Prioritäten, welche Typen von Bauvorhaben für besonders wichtig gehalten werden. Darüber hinaus wird teilweise für bestimmte Bauvorhaben ein „Fördervorrang“ eingeräumt (z. B. Wiedernutzung ehemals genutzter Grundstücke oder Bauvorhaben zur Verdichtung bestehender Siedlungen, so die Regelungen in Bayern). Förderanträge für Bauvorhaben mit Fördervorrang werden bevorzugt bewilligt.

Teilweise loben die Länder auch Sonderprogramme für Projekte mit experimentellem oder Modell-Charakter aus. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben einen Programmschwerpunkt „Experimenteller Wohnungsbau“, ähnliches gibt es auch in anderen Bundesländern. Das Besondere dieser Sonderprogramme liegt neben einem eventuellen Fördervorrang in einer großzügigen Auslegung der sonst gültigen Bestimmungen bzw. in der Möglichkeit, von diesen abzuweichen. Das Problem solcher Sonderprogramme ist allerdings, dass sie oft nur kurze Zeit bestehen oder dass nur wenige Modellprojekte gefördert werden. So fördert beispielsweise Bayern in seinem aus Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung finanzierten Sonderprogramm „experimenteller Wohnungsbau“ Modellvorhaben wie „Gemeinsam bauen und leben“ und „Wohnen in allen Lebensphasen“, wobei aber nur jeweils wenige Projekte auf Grund von Ausschreibungen ausgewählt und gefördert werden. Etablierte Organisationen haben hier ohne Zweifel einen Vorteil gegenüber neuen Projektinitiativen, doch ist die Beteiligung einer Projektinitiative an einem solchen Modellvorhaben nicht ausgeschlossen, wie die Beispiele „Beginen-Dachgenossenschaft“ und „FrauenWohnen“ in München (allerdings beim Bundesprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“) gezeigt hat.

In manchen Fällen fließen die Erfahrungen aus den Modellprojekten in die Regelförderung als eine alternative Möglichkeit mit ein. Im Folgenden werden einige Sonder-Regelungen und „Sonderprogramme“ aus einzelnen Bundesländern, die für Frauenwohnprojekte interessant sein könnten, vorgestellt. Es ist durchaus denkbar, dass Vergleichbares auch in anderen Bundesländern eingeführt wird, denn bei der Entwicklung von Varianten der Sozialen Wohnraumförderung ist seit einiger Zeit Bewegung zu beobachten.

Gemessen an den Förderungsvolumina dominiert die auf (junge) Familien zielende Förderung zur Bildung von Einzeleigentum die soziale Wohnraumförderung, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Neben dieser klassischen Zielsetzung gewinnt jedoch auch die Frage der Wohnsituation älterer und alter Menschen für die soziale Wohnraumförderung schon aus demografischen Gründen zunehmende Bedeutung, verbunden mit der Einsicht, dass das klassische Angebot der „Altenwohnung“ nicht ausreicht, um den aus der demografischen Alterung erwachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Das hat zu einem wachsenden Interesse an unterschiedlichen Konzepten der Wohnungsversorgung älterer und alter Menschen zwischen Normalwohnung und Alten- bzw. Pflegeheim geführt, aus denen in manchen Bundesländern neue Förderungsangebote insbesondere für Gruppenwohnprojekte entstanden sind. Zum anderen wird Wohnprojekten inzwischen eine zunehmende Rolle zur „Stabilisierung von Bevölkerungsstrukturen“ zugeschrieben – auch das hat Förderungsvarianten möglich gemacht, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Insbesondere ist inzwischen die Mischung von Wohnungen für unterschiedliche Einkommensgruppen sowie die Mischung von geförderten und nicht geförderten Wohnungen im allgemeinen problemlos möglich bzw. sogar erwünscht, da die Konzentration von ärmeren Bevölkerungsgruppen als für Stadtquartiere problematisch gilt – ob zu recht oder zu unrecht sei dahingestellt [f_24]. Auch dies hat in einzelnen Bundesländern zu einer bevorzugten Förderung von Wohnprojekten geführt. Einige dieser Förderungsvarianten finden Sie hier.

Bitte wählen Sie ein Thema:

  • Förderung für genossenschaftliche Gruppenwohnprojekte in Schleswig-Holstein
  • Förderprogramm für Baugemeinschaften in Hamburg
  • Förderungsmöglichkeiten für Gemeinschaftsräume
  • Sächsisches Wohnungsprogramm Mehrgenerationenwohnen
  • Gruppenwohnungen für ältere Menschen

    Das Land Nordrhein-Westfalen engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Themenbereich „Wohnungsversorgung älterer Menschen“. Die seit Jahren bestehenden Regionalbüros „Neue Wohnformen im Alter“ wurden bereits erwähnt. Inzwischen hat das Land spezielle Förderbedingungen für Gruppenwohnungen von Menschen mit Betreuungsbedarf entwickelt, das gemeinschaftliche Wohnungen für bis zu acht Personen entweder mit Wohnschlafräumen oder mit kleinen Appartements (Wohnschlafraum mit Küche und Bad/WC) und einem großzügigen Gemeinschaftsbereich vorsieht. Die Wohnfläche pro Person darf (einschließlich des Gemeinschaftsflächenanteils) 50 m² nicht überschreiten. Ziel der Förderung ist es, Wohneinheiten zu fördern, in denen „ältere, pflegebedürftige Menschen oder behinderte Menschen mit Betreuungsbedarf … selbstbestimmt zur Miete wohnen und ihre Pflege oder Betreuung individuell mit Hilfe ambulanter Dienste ihrer Wahl organisieren können“ [l_90]. Die Wohnungen sollen möglichst in „normale“ Mietwohngebäude integriert und die Zahl der Personen in solchen Gruppenwohnungen dabei auf 24 beschränkt werden. Das Nutzungskonzept ist ausdrücklich so zu entwickeln, dass es sich nicht um ein Heim im Sinne des Heimgesetzes handelt. Die Förderungsbedingungen entsprechen weitestgehend der Mietwohnungsbauförderung in NRW, es sind also ebenfalls Einkommen von bis zu 140 % der in NRW gültigen Einkommensgrenzen möglich, wobei für höhere Aufwendungen (z. B. mehr als 4 Bäder pro Gruppenwohnung) zusätzliche Darlehen möglich sind. Die Besonderheit des Programms liegt vor allem in der Tatsache, dass jeder Person in etwa die Wohnfläche für einen Einpersonenhaushalt zusteht, obwohl es sich um eine Mehrpersonen-Wohnung handelt.

    Diese Förderungsmöglichkeiten wurden im Beginenhof Essen genutzt, in dem ein Teil der Wohnungen als Wohngruppenwohnungen mit Apartments für betreuungsbedürftige Frauen (Pflegestufe 0 bis 1) ausgebildet und an einen sozialen Träger vermietet wurden.

    Auch in Hamburg gibt es spezielle Förderungsbedingungen für Gruppenwohnungen betreuungsbedürftiger Personen, wobei allerdings den Bewohnerinnen deutlich weniger Fläche zugestanden wird. Vorgesehen sind 30 m² bis maximal 45 m² pro Person. Die einzelnen Zimmer sollen mindestens 12 m² groß sein, außerdem soll jede MieterIn ein eigenes Bad erhalten, es sei denn, dies ist bei Umbauten nicht mit vertretbaren Kosten zu realisieren. Der Gemeinschaftsflächenanteil soll 50 % der Gesamtfläche betragen. Vorgesehen ist hier neben einem großen Gemeinschaftraum ein „multifunktionaler Extraraum“ für Besprechungen, aber auch für Gäste.

    Aus der Sicht von Frauenwohnprojekten können solche Fördermöglichkeiten sowohl für generationenübergreifende Projekte als auch für Projekte älterer Frauen interessant sein, da die Integration einer solchen Gruppenwohnung älteren Frauen die Aussicht bietet, auch im Fall einer (nicht zu gravierenden) Pflegebedürftigkeit im Projekt verbleiben zu können.

    Auch Niedersachsen fördert Gruppenwohnungen für ältere oder behinderte Menschen. Hier sollen die Appartements für eine Person

    20 m² groß sein und eine Kochgelegenheit sowie eine Sanitäreinheit enthalten, dazu kommen Gemeinschaftsräume. Gefördert wird mit Darlehen, die 15 Jahre zinslos sind und danach „marktüblich“ verzinst werden müssen.


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