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Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Förderung

Grundprinzipien der Sozialen Wohnraumförderung

Der Soziale Wohnungsbau war lange Zeit das wichtigste wohnungspolitische Instrument zur Verbesserung der Wohnungsversorgung der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Die gesetzliche Grundlage des Sozialen Wohnungsbaus, das „zweite Wohnungsbaugesetz“ von 1956 galt bis zum 13.12.2001 und wurde zum 1.1.2002 durch das Gesetz über die Soziale Wohnraumförderung (WoFG) abgelöst, das zwar eine veränderte Zielsetzung verfolgt, aber für Wohnprojekte, wie auch schon der Soziale Wohnungsbau, weiterhin das wohl wichtigste Förderungsprogramm ist.

Bitte wählen Sie ein Thema:

  • Zielsetzung der Sozialen Wohnraumförderung
  • Wer wird gefördert?
  • Was wird gefördert?
  • Wie wird gefördert?
  • Wer ist antragsberechtigt, wer gilt als ausreichend leistungsfähig?
  • Wichtig: Antragstellung vor Beginn des Vorhabens
  • Notwendiges Eigenkapital
  • Anforderungen an den Standort und die Ausführung der Baumaßnahmen
  • Obergrenzen für Kosten und Wohnflächen

    Die Soziale Wohnraumförderung soll den Begünstigten zu „angemessenem“ Wohnraum verhelfen, gleichzeitig sollen die Wohnungen aber weder zu groß noch zu luxuriös sein. Nach § 6 des Wohnraumförderungsgesetzes sind deshalb bei mit Mitteln der Sozialen Wohnraumförderung geförderten Wohnungen „die Anforderungen des Kosten sparenden Bauens“ zu berücksichtigen. Statt detaillierter Richtlinien haben die Bundesländer, um dies durchzusetzen, [Kostenobergrenzen] festgelegt. Bauvorhaben, die diese Grenze überschreiten, können nicht gefördert werden.

    Die unterschiedlichen Kostenobergrenzen in den Ländern spiegeln teilweise die erheblichen länderspezifischen und regionalen Unterschiede des Bau- und Grundstückskostenniveaus wieder, sind aber auch Resultat unterschiedlicher politischer Zielsetzungen: Wenn die Kostenobergrenzen (und die Förderung) von Neubau- und Bestandswohnungen gleich hoch sind, macht das den Erwerb von Wohnungseigentum im Bestand attraktiver als wenn beim Neubau höhere Kosten zulässig sind. Vergleichbares gilt, wenn die Kostenobergrenzen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen gleich sind, da Eigentumswohnungen zwar pro m² teurer sind, dafür aber in der Regel weniger Fläche haben und deshalb insgesamt weniger kosten. Mit solchen Setzungen haben die Bundesländer die Möglichkeit, ihre Vorstellungen über die gewünschten Bau- und Wohnformen implizit deutlich zu machen. Für Wohnprojekte sind die Kostenobergrenzen in der Regel keine große Hürde, da sie eher bescheidener bauen als konventionelle InvestorInnen – von Besonderheiten wie Gemeinschaftsräumen abgesehen.

    Auch für die Wohnungsgrößen werden von den Bundesländern [Höchstgrenzen] festgelegt. Dabei sind bei der Förderung der Wohnungseigentumsbildung vielfach höhere Wohnflächen zulässig als bei Miet- oder Genossenschaftswohnungen. Auch wird bei der Eigentumsförderung in manchen Bundesländern ein zu erwartender zusätzlicher Bedarf einbezogen (z. B. bei Paaren in der Phase der „Familiengründung“) – Regelungen, die beim Mietwohnungsbau unüblich sind.

    Wenn auch die zulässigen Wohnflächen in den einzelnen Bundesländern etwas variieren, so besteht doch in allen Ländern ein Grundproblem dieser Festlegungen, das gerade Frauenwohnprojekten erhebliche Probleme bereiten kann: Die Festlegungen (und die vorherrschenden baulichen Umsetzungen) basieren auf tradierten Vorstellung eines heterosexuellen Zusammenlebens.

    Das zeigt sich zunächst bei den Wohnungen für zwei Personen. Einem Zweipersonenhaushalt werden zwischen 55 m² und 67 m² zugestanden. Die daraus resultierende typische Sozialmietwohnung sieht neben Küche und Bad zwei Räume vor, ein größeres Wohnzimmer und ein kleineres Schlafzimmer. Zieht nun eine Alleinerziehende mit einem Kind in eine solche Wohnung ein, dann bedeutet dies, dass sie entweder auf einen gemeinsamen Raum verzichtet (wobei angemerkt werden muss, dass die in solchen Wohnungen üblichen Zeilenarbeitsküchen als Gemeinschaftsraum absolut ungeeignet sind) oder dass sie ihren Schlafraum mit ihrem Kind teilt oder dass sie das „Wohnzimmer“ des nachts mittels Bettcouch oder ähnlichem in ihr Schlafzimmer verwandelt. Keine dieser Lösungen ist überzeugend, insbesondere, wenn das Kind etwas älter ist.

    Deshalb gab und gibt es in Frauenwohnprojekten immer wieder Versuche, Wohnungen mit drei Räumen innerhalb der Flächengrenzen für den Zweipersonenhaushalt im Sozialen Wohnungsbau zu realisieren, sei es durch räumliche Integration von Wohnzimmer und Küche oder durch Schaffung eines „Allraums“, der die Funktionen Wohnzimmer/Küche und Erschließungsfläche integriert. Wirklich überzeugende, auch von den Bewohnerinnen akzeptierte Lösungen sind dabei, trotz guter Ideen der beteiligten Architektinnen, noch nicht gefunden worden, da die zulässigen Flächen für eine wirklich gute Lösung einfach nicht ausreichen.

    In manchen Bundesländern, z. B. Bremen, ist deshalb inzwischen für Alleinerziehende ein Flächenzuschlag möglich, wodurch es z. B. eher möglich ist, für eine Alleinerziehende mit einem Kind eine Dreiraumwohnung zu gestalten. In NRW wird Alleinerziehenden mit einem mindestens sechsjährigen Kind ein zusätzlicher Raum zugestanden. Doch wenn es sich bei der Alleinerziehenden um eine Sozialhilfe- oder ALG II-Empfängerin handelt, dann kann es sehr gut passieren, dass das zuständige kommunale Amt die Wohnfläche für zu groß hält und nicht bereit ist, die Miete zu übernehmen. So wurden im Wohnprojekt für Alleinerziehende Hannover (Bäteweg) die für eine Alleinerziehende mit einem Kind konzipierten Wohnungen mit Alleinerziehenden mit zwei Kindern belegt, womit die Grundrissidee de facto desavouiert wurde. Das Gleiche gilt bei für Alleinerziehende mit zwei Kindern konzipierten Wohnungen, die mit Alleinerziehenden mit drei Kindern belegt wurden. Im Beginenhof Schwerte (Schützenstrasse) wurden zwei für Alleinerziehende konzipierte Wohnungen, für die es bereits Interessentinnen gab, von den Beginen „zurückgegeben“ (und nun von der Eigentümerin mit einem traditionellen Haushalt belegt), weil auch hier das Sozialamt die Wohnungen für zu groß hielt, obwohl es sich um sozial geförderten Wohnraum handelt.

    Ein anderer Haushaltstyp, für den die Wohnflächengrenzen der Sozialen Wohnraumförderung unpassend bzw. deutlich zu niedrig sind, ist die Wohngemeinschaft mehrerer Erwachsener. Bei zwei Erwachsenen tritt dasselbe Problem auf wie bei der Alleinerziehenden mit einem Kind, bei größeren Wohngemeinschaften verschärft sich das Problem – vier Erwachsenen stehen danach z. B. in Schleswig-Holstein ebenso wie einem Elternpaar mit zwei Kindern gerade einmal 90 m² zu. Würde jede der vier Erwachsenen dagegen alleine wohnen, könnten sie viermal 50 m², also insgesamt 200 m², bewohnen.

    Im Beginenhof in Dortmund ist es gelungen, die Bewilligungsbehörde davon zu überzeugen, einer Wohngemeinschaft von drei Frauen die Fläche von drei Einpersonenwohnungen zuzubilligen. Dabei wurden die Wohnungen so gestaltet, dass sie in drei Einzelwohnungen umgebaut werden können. Für Wohngemeinschaften alter Menschen hat das Land Nordrhein-Westfalen inzwischen sogar eigene Förderungsbedingungen entwickelt, die höhere Wohnflächen vorsehen als für einen Familienhaushalt mit gleicher Personenzahl, wobei hier der Gedanke der Stärkung von Konzepten der ambulanten Pflege (statt der Heimunterbringung) ausschlaggebend war. Ähnliches gibt es in Hamburg. Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Länder diesem Beispiel folgen, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Es wird nicht mehr Fläche beansprucht als beim Alleinwohnen – die Gemeinschaft jedoch verspricht zumindest einen gewissen Grad an gegenseitiger Unterstützung bzw. kostengünstigere Möglichkeiten der ambulanten Betreuung, die ein längeres Verbleiben in der Wohnung ermöglichen und damit zu Kostenersparnissen für die öffentliche Hand führen können.


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  • Barrierefreies Bauen
  • Belegungsbindung, kommunale Belegungsrechte
  • Begrenzung der Miete (Mietpreisbindung)
  • Verbot der Forderung von weiteren Leistungen bei gefördertem Mietwohnraum
  • Fehlförderung, Ausgleichszahlung, Reduktion der Förderung
  • Dauer der Belegungs- und Mietpreisbindung
  • Mischung von geförderten und nicht geförderten Wohnungen

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