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Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Klärung grundlegender Fragen

Organisatorisches Konzept (Vorstellungen über Rechtsform, Finanzierung, Inanspruchnahme von Fördermitteln)

Spätestens, wenn die Vorstellungen über das Miteinander zumindest im Ansatz geklärt und auch Vorstellungen über die baulichen Aspekte entwickelt sind, sollten in einem organisatorischen Konzept die grundlegenden Fragen der Realisierung bezüglich der Rechtsform bzw. Trägerschaft, der finanziellen Möglichkeiten und der Möglichkeiten/dem Interesse an der Inanspruchnahme von Fördermitteln (die ja in aller Regel an Bedingungen geknüpft sind) geklärt werden.

Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, um ein Frauenwohnprojekt zu realisieren:

wobei diese Möglichkeiten jeweils mehrere Unterformen haben (z. B. geförderte oder freifinanzierte Mietwohnungen, gefördertes oder freifinanziertes Eigentum, gemeinschaftliches Eigentum auf privatrechtlicher oder genossenschaftlicher Basis usw.). Außerdem können diese Möglichkeiten u. U. auch kombiniert werden, was vielen Projekten zumindest als Ziel vorschwebt und manchmal auch gelungen ist. Die Kombination unterschiedlicher Finanzierungs- und möglicherweise auch unterschiedlicher Rechtsformen ist notwendig, wenn Frauen mit unterschiedlichen Einkommens- und Vermögenssituationen zu dem Projekt Zugang haben sollen.

Da sowohl die Rechtsformen als auch die Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten jeweils spezifische Voraussetzungen haben, die eng mit individuellen Gegebenheiten der Projektmitglieder, insbesondere ihrer ökonomischen Situation und ihrer sozialen Lage zusammenhängen, kann nicht darauf verzichtet werden, zu Beginn der Beschäftigung mit dem organisatorischen Konzept die individuellen Voraussetzungen der einzelnen Projektmitglieder zu klären. Dabei geht es insbesondere um folgende Fragen:

  • Besteht Interesse an der Bildung von Wohnungseigentum?
  • Besteht Interesse, gemeinschaftliches Eigentum zu bilden?
  • Wie hoch ist das Eigenkapital, das gegebenenfalls zur Bildung des gemeinschaftlichen bzw. des Einzeleigentums eingebracht werden kann?
  • In welcher Höhe stehen den Beteiligten gegebenenfalls private Darlehen (von Verwandten, FreundInnen) zur Verfügung?
  • Wie hoch ist die maximale monatliche Miete bzw. Belastung, die von den Beteiligten bezahlt werden kann?
  • Inwieweit liegt das Einkommen der Beteiligten unter der Grenze der verschiedenen Förderformen?
  • Welche mit der Förderung verbundenen Bedingungen (z. B. Wohnflächengrenzen) werden akzeptiert?

Die Frage nach den Einkommens- und Vermögensverhältnissen bzw. der Zahlungsfähigkeit wird von manchen Projekten so lange wie möglich umgangen, da Einkommens- und Vermögensfragen vielfach tabuisiert sind. Doch führt an einer Offenlegung zumindest der Eckdaten kein Weg vorbei, da sonst die zentralen Fragen der Rechts- und Finanzierungsform sowie der Förderungsmöglichkeiten nicht entschieden werden können.

Nach Abschluss dieses Klärungsprozesses sollte in einem organisatorischen Konzept festgehalten werden:

  • in welcher Rechtsform das Wohnprojekt realisiert werden soll
  • in welchem Rahmen sich die finanziellen Möglichkeiten der Beteiligten bewegen
  • ob und unter welchen Bedingungen Fördermittel in Anspruch genommen werden sollen.

Die Grundzüge und Bedingungen sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rechtsformen, der Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten finden Sie unter den Menupunkten [Rechtsformen], [Finanzierung], [Förderung].

Mit diesen Hinweisen sollte eine prinzipielle Klärung der für die Projektgruppe in Frage kommenden Optionen möglich sein – ggf. mit Unterstützung einer kompetenten Beraterin.