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Weiterführende Informationen

Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Bewirtschaftung

Spätestens wenn die Fragen der Rechtsform und der Finanzierung geklärt und ein Grundstück bzw. ein Objekt gefunden ist, sollten parallel zur Vorbereitung und Organisation des Bauprozesses auch die zentralen Fragen der Nutzungsphase endgültig geklärt und entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Dabei geht es vor allem um wirtschaftliche Fragen, also um die Mieten und Belastungen und die Finanzierung der laufenden Kosten der Gemeinschaftsräume, um die Organisation der Wohnungsverwaltung sowie – last but not least – um die nachhaltige Sicherung des Projekts bei Auszug einer Bewohnerin.

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  • Funktionen einer Bewohnerinnenorganisation in der Nutzungsphase

    Die Vorteile einer formalen Absicherung des Projekts bereits in einem frühen Stadium wurden schon mehrfach erwähnt. Doch auch in der Nutzungsphase ist eine Bewohnerinnen-Organisation sinnvoll und in vielen Fällen notwendig. Bei individuellem oder gemeinschaftlichem Eigentum ist eine Organisation der Eigentümerinnen zwar schon vorgegeben (Wohnungseigentümergemeinschaft, GbR, Genossenschaft usw.), doch sollte trotzdem der Sinn eines Bewohnerinnen-Vereins geprüft werden, da zum einen nicht immer eine Identität zwischen Eigentümerinnen und Bewohnerinnen besteht und zum anderen ein nicht in den rechtlich vorgegeben Rahmen des Genossenschaftsgesetzes, des Wohnungseigentumsgesetzes oder des BGB eingebundener Verein flexibler und „unbürokratischer“ agieren kann. Eine eigene Bewohnerinnen-Organisation ist z. B. bei einer Genossenschaft zumindest dann angeraten, wenn es sich um eine größere Genossenschaft handelt, die neben dem Projekt weitere Wohnungen besitzt. Bei einer Eigentümerinnengemeinschaft sollte geprüft werden, ob die im Folgenden vorgeschlagenen Regelungen im Rahmen der Eigentümerinnengemeinschaft verbindlich getroffen werden können. Ansonsten ist auch hier ein Bewohnerinnen-Verein sinnvoll. Das gilt im Übrigen auch, wenn eine relevante Zahl der Wohnungen nicht von den Eigentümerinnen bewohnt, sondern vermietet ist.

    Wichtige Aufgaben eines Bewohnerinnen-Vereins sind zum einen projektinterne Fragen, insbesondere die Neubelegung von Wohnungen (soweit der Verein hier ein Mitspracherecht hat), die Verwaltung der Gemeinschaftsräume, gegebenenfalls sonstige Selbstverwaltungsaufgaben und eventuell die Schlichtung von Konflikten zwischen Bewohnerinnen. In der Außenbeziehung fungiert der Verein (und seine Organe, also z. B. der Vorstand) als Ansprechpartner für die VermieterIn aber auch für „die Öffentlichkeit“ (Interessierte, Nachbarinnen, Presse usw.). Das geht natürlich alles auch ohne formale Struktur, doch helfen formale Strukturen bei der Klärung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten. Außerdem können Vereine Verträge abschließen und beschränken das Haftungsrisiko der Beteiligten.

    Wegen der projektinternen Aufgaben sollte allerdings einerseits überlegt werden, ob die Mitgliedschaft in dem Bewohnerinnen-Verein für alle Bewohnerinnen obligatorisch sein soll und ob andererseits der Verein Nicht-Bewohnerinnen offen steht. Übernimmt der Verein weitgehende Verwaltungsaufgaben, sollte die Mitgliedschaft für Bewohnerinnen obligatorisch sein, verfolgen die Projektfrauen gesellschaftspolitische Interessen, die über das Zusammenleben im Projekt hinausgehen (etwa die Verbreitung von Informationen zur Beginenkultur oder die Förderung von alternativen Wohnformen für Frauen), so sollte der Verein für Nichtbewohnerinnen offen sein (ein Ausschluss von Nicht-Bewohnerinnen könnte zudem die mit diesen Zielen ohne weiteres erreichbare Gemeinnützigkeit gefährden). Möglich ist es jedoch, die Mitsprache bei den projektinternen Fragen auf die Bewohnerinnen zu beschränken. Bei einem Großteil der autonomen Projekte sowie bei allen Beginen-Projekten gibt es einen überwiegend von den Bewohnerinnen getragenen Verein, wobei allerdings nicht in allen Fällen alle Bewohnerinnen Vereinsmitglieder sind und andererseits teilweise auch Nicht-Bewohnerinnen dem Verein beitreten können.

  • Berechnung der monatlichen Belastung
  • Unterhalt von Gemeinschaftsflächen
  • Wohnungsverwaltung/Kooperationsvertrag
  • Regelungen zur Erst- und Wiederbelegung, Sicherung des Projekts bei Auszug, Verkauf, Vererbung

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