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IBA-Berlin Emanzipatorisches Wohnen Los 3

   
TypFrauengerechter Wohnungsbau
StandortBerlin
Projektierungsbeginn1981
Fertigstellung/Erstbezug1993
Kontakt http://www.degewo.de
SchwerpunkteProjekt der IBA Berlin für emanzipative Wohnformen, initiiert von FOPA
BesonderheitGezielte Beauftragung von Architektinnen, ausgelöst durch einen „Fauxpas“ von Architektinnen und Planerinnen, Grundstein für die Gründung von FOPA (Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen).
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinIBA (Internationale Bauausstellung) Berlin (auf Druck von Planerinnen und Architektinnen)
EigentumDeGeWo AG, Berlin
ArchitekturChristine Jachmann, Berlin
Kooperation FOPA e. V. (Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen) Berlin
ProjektumfangDas Projekt „Emanzipatorisches Wohnen“ wurde im Rahmen eines Sozialen Mietwohnungsneubauprojekts mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt 13.440 m² und 105 Wohneinheiten sowie weiteren Nutzungen wie Läden und Gewerbe realisiert. Das Projekt wurde in 6 Lose aufgeteilt, wobei 3 Lose an Architektinnen vergeben wurden, mit dem Ziel, insbesondere frauenspezifische Anliegen zu berücksichtigen. Für Los 1, das von Zaha Hadid verwirklicht wurde und zunächst mit zum Projekt zählte, wurde der Zielgedanke aufgegeben.
WohnungenDas Los 3 besteht aus 26 Wohneinheiten, davon vier 1-Zimmer-Wohnungen mit 49,9 m² bis 52,2 m², einer 2-Zimmer-Wohnung mit
65,2 m², dreizehn 3-Zimmer-Wohnungen mit 74,5 m² bis 86,7 m², vier 4-Zimmer-Wohnungen mit 94,8 m² bis 98,2 m², zwei 5-Zimmer-Wohnungen mit 112,0 m², eine 6-Zimmer-Wohnung mit 132,8 m² und eine 8-Zimmer-Wohnung mit 333,4 m² für eine Behinderten-WG.
Kosten/MietenBaukosten des Gesamtprojekts: 33.246.000 DM. Die Baukosten sind nicht losweise ermittelt worden, da das Projekt insgesamt ausgeschrieben und abgerechnet wurde, wobei die einzelnen Lose sehr unterschiedliche Baukosten erzeugt haben. Anfangsmiete (1993): 8,39 DM pro m² Wohnfläche (Nettokaltmiete).
Finanzierung/FörderungSozialer Wohnungsbau
ZielgruppenFamilien, allein lebende Frauen, allein erziehende Frauen, Frauenwohngemeinschaften mit und ohne Kinder.
ZielsetzungenZiel des Projekts war es, Wohnungen zu schaffen, die nicht länger ein Emanzipationshindernis sind, sondern durch ihre räumliche Ordnung die Vereinbarung von Berufstätigkeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit ermöglichen – als Modell für einen Sozialen Wohnungsbau, der sozialpolitischen Zielsetzungen gerecht wird und „frauenspezifische Anliegen“ erfüllt. In einer Projektübersicht aus dem Jahr 1984 ist allerdings nur mehr von „Neuen emanzipatorischen Wohnformen und Wohnungstypen“ die Rede.
Partizipation
Die zukünftigen Nutzerinnen waren an der Planung nicht beteiligt; trotzdem besteht eine hohe Wohnzufriedenheit, die u. a. an einer sehr geringen Mieterinnenfluktuation ablesbar ist.
LageDas Los 3 ist Teil eines aus insgesamt sechs Losen bestehenden Baublocks, der in der südlichen Berliner Friedrichstadt und jetzigen Stadtmitte, nahe dem Potsdamer Platz liegt, zwischen Stresemannstraße, Dessauer Straße, Bernburger Straße und dem Askanischen Platz. Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ist ausgezeichnet, durch die Lage zwischen Kulturbauten – gleich gegenüber befindet sich der Martin-Gropius-Bau – und neu aus dem Boden gestampften Bürokomplexen mit dazugehöriger Gastronomie fehlt es etwas an der Infrastruktur für den täglichen Bedarf.
GebäudeDie 4-geschossigen Gebäude des Loses 3 ergänzen den Riegel des Loses 2 an der Dessauer Straße und schließen mit einem Querriegel ins Blockinnere das Ensemble des Loses 2 ab. Der Entwurfsschwerpunkt lag auf einem Angebot gleich großer Räume, der Möglichkeit zum Nutzungsaustausch, Querbelichtung, einem zusätzlichen Hausarbeitsraum, Freiluftbereichen, zum Hof und zur Straße, für jede Wohnung und auf der Teilbarkeit der größeren Wohneinheiten durch Anschluss an zwei Treppenhäuser.
AussenanlagenDie Folge üppig bepflanzter Innenhöfe, ausgestattet mit Bänken und Spielgeräten, bietet sich für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten an und lässt die Innenstadtlage vergessen.
Chronik1981: Forderung nach Umsetzung frauengerechter Planung auf einem Experten-Hearing der Internationalen Bauausstellung Berlin (IBA) durch (ungeladene) feministische Planerinnen und Architektinnen, die nach diesem Fauxpas die F.O.P.A (die Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen) gründeten
1986: Die IBA veranstaltet ein Entwurfsseminar mit einer ausschließlich von Männern besetzten Jury und von Männern entworfenen Beiträgen zu „frauenspezifischem Wohnen“. Aufgrund eines heftigen Protests der Feministischen Organisation von Planerinnen und Architektinnen (FOPA) werden die drei Architektinnen Zaha M. Hadid, Christine Jachmann und Dr. Myra Warhaftig beauftragt, je ein Gebäude zu planen
1991: Baubeginn
1993: Fertigstellung
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Schaffung von Wohnraum, der die Vereinbarung von Beruf und Familienarbeit unterstützt als Modell für die Normen des Sozialen Wohnungsbaus
  • gezielte Beauftragung von Architektinnen
  • ein individueller Raum für jede(n) einzelne(n) BewohnerIn unabhängig von Geschlecht und Alter
  • zentraler „Familien“raum mit Sichtverbindung zur Küche und räumlicher Verbindungsmöglichkeit zu allen Individualräumen
  • Teilungsmöglichkeiten von großen Wohneinheiten durch Anschluss an zwei Treppenhäuser
  • Angebot möglichst gleichwertiger Räume
  • natürliche Belichtung in Badezimmer und Toilette
  • Nutzungsverbindung oder -trennung von Kochen, Essen, Spielen, Arbeiten und Wohnen je nach individuellen Wünschen
  • zusätzlicher Hausarbeitsraum in der Nähe der Küche oder des Badezimmers (Los 3)
  • Einrichtung von zimmergroßen Terrassen, Loggien, Wintergärten oder Atrien als „grüne Zimmer“ (Los 3)
  • einige Wohnungen speziell für WG’s und RollstuhlbenutzerInnen (Los 3)
  • gute ÖPNV-Anbindung
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