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Beginenhof Bielefeld

   
TypBeginen
StandortBielefeld
Projektierungsbeginn2000
Fertigstellung/ErstbezugDezember 2009
Kontakt bielefelder.beginenhoefe[at]web.de
http://www.bielefelder-beginenhoefe.de
SchwerpunkteSelbstinitiiertes, generationenübergreifendes Miet- und Eigentumsprojekt, realisiert von einer Altgenossenschaft
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinBielefelder Beginenhöfe e. V.
EigentumGSWG Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsgenossenschaft Senne eG/OWIT GmbH (Tochtergesellschaft der GSWG) Einzeleigentum von Bewohnerinnen
ArchitekturBüro für Bauplanung und Projektierung Michael Kluckhuhn, Verl
Projektentwicklung Birgit Pohlmann-Rohr, Dortmund und Martina Buhl, Rheda-Wiedenbrück (Projektentwicklung und Moderation)
weitere BeteiligteBielefelder Beginenhöfe e. V. (Bewohnerinnenverein)
ProjektumfangAuf ca. 3.500 m² entstand ein Neubauprojekt
Wohnungen29 Mietwohnungen, (20 Wohnungen mit 52 m², vier Wohnungen mit 60 m² bzw. 65 m² für allein erziehende Frauen mit einem Kind und zwei mit 80 m² für allein erziehende Frauen mit zwei Kindern, drei behindertengerechte Wohnungen mit 60 m²) sowie sechs Eigentumswohnungen mit 80 m² bis 90 m².
GemeinschaftsflächenEin multifunktional zu nutzender Gemeinschaftsraum mit Küche, Bad, WC und Gästezimmer in einem separaten Gebäude.
Finanzierung/FörderungDie 29 Mietwohnungen wurden im Rahmen der Sozialen Wohnraumförderung (Typ A-Förderung) gefördert, für den Gemeinschaftsraum mit Gästezimmer wurde eine Typ-B-Fördertung gewährt. Die Netto-Kaltmieten für die Mietwohnungen betragen 4,30 €.
Die Projektbegleitung wurde vom Bauministerium NRW gefördert.
ZielgruppenFrauen unterschiedlicher Generationen, Kulturen, Lebenssituationen und Einkommensverhältnissen, mit und ohne Kinder. Die Bewohnerinnen sind Frauen im Alter von 37 bis 80 Jahren: Singles, allein erziehende Mütter, geschiedene und verwitwete Frauen, lesbische Frauen und Frauenpaare, Frauen mit unterschiedlichem Einkommen. Einzugswillige müssen Mitfrauen sowohl der GSWG als auch der Beginen sein.
ZielsetzungenZiel ist es, ein gemeinschaftsorientiertes, generationenübergreifendes Wohnprojekt für Frauen zu realisieren und das Wohnraumangebot für Frauen nachhaltig zu erweitern. Der Verein „Bielefelder Beginenhöfe e. V.“ hat sich auch zur Aufgabe gemacht, das Bild vom Altern zu ändern und den Erhalt der Selbständigkeit bis ins hohe Alter zu unterstützen und Kindern die Möglichkeit zu geben in einem sicheren Generationen verbindenden Umfeld aufzuwachsen. Dem dient die Entwicklung einer Gemeinschaft nach dem Prinzip der Wahlfamilie mit gegenseitiger emotionaler und alltagspraktischer Unterstützung. Die Wertschätzung der vielfältigen Qualifikationen und Kompetenzen der Frauen zu gegenseitigem Nutzen fördert ebenso die selbst bestimmte Lebensplanung von allein erziehenden Müttern. Vereinszweck ist zudem die „Vernetzung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten von und für Frauen“.
PartizipationDie Bewohnerinnen beteiligten sich aktiv an der Wahl des Standortes und der Gestaltung des architektonischen und sozialen Konzepts, sowie an den Gesprächen mit potentiellen Investoren und Bauträgern. Sie konnten ich umfangreich an Grundrissgestaltung und Materialwahl beteiligen.
LageDas Grundstück liegt in einer ruhigen grünen Gegend nahe einem Naturschutzgebiet, aber auch nahe dem Ortszentrum von Senne, wo Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und Schulen sowie gute öffentliche Verkehrsmittel die notwendige Infrastruktur liefern.
GebäudeDer Gebäudekomplex besteht aus einem 2-geschossigen Gebäude mit ausgebautem Satteldach sowie senkrecht dazu stehenden 3-geschossigen Flachdachbauten, die u-förmig um einen Innenhof errichtet sind. Alle Wohnungen sind über offene Laubengänge durch den Innenhof zu erreichen, so dass zusätzliche Kommunikationsflächen entstehen. Private Balkone/Terrassen sind hofabgewandt. Die Wohnungen, über einen Aufzug erschlossen, sind barrierefrei, kinderfreundlich und altengerecht. Sie wurden als in sich geschlossene, voneinander unabhängige Einheiten gebaut und sind jeweils für Ein-, Zwei- oder auch für Mehr-Personenhaushalte geplant.
ChronikMärz 2000: Gründung des gemeinnützigen Vereins „ALWiA - Alternatives Leben und Wohnen im Alter“
Dezember 2001: Öffnung des Vereins für Frauen jeden Alters, Umbenennung in „Bielefelder Beginenhöfe“
Oktober 2002 bis September 2004: Projektbetreuung und -koordination durch die Architektin Martina Buhl im Rahmen einer ABM
2003: Die Initiative wird von der Stadt bei der Grundstückssuche unterstützt. Es konkretisieren sich zwei Projekte mit je rund 20 Wohnungen, eines in der Innenstadt und eines am Stadtrand, in der gut erschlossenen Ökosiedlung Waldquelle. Ein Investorenteam erteilt der Architektin Ulla Komes, Aachen, einen Auftrag für einen Vorentwurf. Vorgesehen sind 25 WE, davon 70 % öffentlich gefördert. Die Realisierung dieses Projekts erforderte eine Bebauungsplanänderung, die von der Verwaltung unterstützt wurde
Januar 2004: Das Projekt „Waldquelle“ scheitert nach der Vorstellung im Rahmen des B-Planänderungsverfahrens auf Grund massiver Proteste der Kommunalpolitik sowie der Anlieger. Letztere fürchteten eine Wertminderung ihrer Eigenheime wegen der höheren Geschossigkeit und der Architektur der neuen Gebäude (offen und transparent mit Pultdächern und Staffelgeschoss). In der Folge stieg der Investor aus. (Inzwischen wurde dort nach dem alten B-Plan viel dichter als beim Beginenhof geplant gebaut. Außerdem gibt es nun statt des vorgeschlagenen Markplatzes Parkplätze im Innenhof)
Ab Anfang 2004: Erneute Suche nach einem Standort und InvestorInnen. Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, Konsolidierung der Gruppe. Im Zuge der Neukonsolidierung wurde auch der zweite Standort in der Innenstadt aufgegeben, da zum einen die Baugruppe zu einem naturnahen Standort am Stadtrand neigte und zum anderen das Projekt erst in einigen Jahren hätte realisiert werden können.
Ende 2005: Einrichtung einer Ein-Euro-Stelle für den Verein, finanziert über die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB)
Ab Mai/Juni 2004: Die Gruppe hat sich für den Standort „Breipohls Hof“ in Senne entschieden. Ulla Komez machte für mehrere Grundstücke Entwurfsvarianten mit groben Wirtschaftlichkeitsberechnungen für ein Exposé. Damit ging die Gruppe in Verhandlung mit rund 20 Investoren – ohne Erfolg. Die Stadt Bielefeld reservierte dem Verein ein Grundstück im Neubaugebiet „Breipohls Hof“. Geplant war hier eine Bebauung im Rahmen des von Bund und Land geförderten Programms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“. Dafür interessierte sich ein Dortmunder Investor, der bei der Stadt aber die gewünschten Preisnachlässe für das Grundstück nicht durchsetzen konnte, weshalb er im Sommer 2005 wieder ausstieg. Dieses Projekt scheiterte letztlich an der wirtschaftlichen Ausnutzbarkeit des Grundstückes (maximal zweieinhalb-geschossige Bebauung)
Dezember 2005: Erste Gespräche mit der GSWG eG Senne. Der Bielefelder Beginenhöfe e. V. stellt das geplante Projekt in Zusammenhang mit dem Standort „Breipohls Hof“ vor
Februar 2006: Auch hier tauchen die gleichen Probleme bzgl. der Wirtschaftlichkeit und der Ausnutzung des Grundstücks auf. Weiterhin war die Stadt Bielefeld nicht bereit, sich zu bewegen, woraufhin die GSWG dem Verein ein hauseigenes Grundstück in unmittelbarer Nähe des Ortszentrums Senne anbot
Die Notwendigkeit einer Bebauungsplanänderung verzögerte den Planungsbeginn. Nach der Ratsvorlage im Mai 2006 und einer Bürgerbeteiligung erfolgte im September die Offenlegung der Bebauungsplanänderung. Der Einwand des Umweltamtes, dass im hinteren Bereich des Grundstücks eine schützenswerte eiszeitliche Endmoräne liege und drei schützenswerte Bäume wüchsen, kippte nach langem Ringen mit der Stadt Bielefeld am Ende des Jahres diese Planänderung
Februar 2007: Nach ausgedehnter Winterpause teilte die GSWG mit, dass sie auch bereit wäre, mit dem Verein den vorderen Teil des Grundstücks zu bebauen und reichte für dieses Areal die Anpassung der Baufenster im Zuge einer B-Planänderung ein. Parallel zu der Bearbeitung des B-Plans wurde im Mai 2007 der Bauantrag eingereicht
Oktober 2008: Baubeginn
Dezember 2009: Fertigstellung
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Schaffung von bezahlbarem Wohnraum insbesondere für Frauen mit geringem Einkommen
  • Förderung der Kommunikation von Frauen in jeder Lebensphase
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Nutzung und Sichtbarmachen der vielfältigen Qualifikationen von Frauen zur gegenseitigen wie zur gesellschaftlichen Bereicherung
  • Barrierefreiheit
  • Kommunikationsfördernde Erschließungs-/Freibereiche (Anordnung der Wohnungen um einen Innenhof mit unterschiedlichen Zonen, Laubengänge)
  • Gemeinschaftsraum
  • Offenheit zur Nachbarschaft
  • Gute Infrastruktur- und ÖPNV-Anbindung
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