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Lila Luftschloss – Frauenwohnungsbaugenossinnenschaft eG Frankfurt (Heidestraße)

   
TypAutonome Frauenwohnprojekte
StandortFrankfurt/Main
Projektierungsbeginn1991
Fertigstellung/Erstbezug2001
Kontakt info[at]lila-luftschloss.de
http://www.lila-luftschloss.de/
SchwerpunkteFeministisches Frauen/Lesbenprojekt einer Frauenwohnungsbau-Genossinnenschaft, zu der ausschließlich Frauen Zutritt haben
   
   
Projektbeteiligte 
InitiatorinFeministische Mädchenarbeit FeM e. V., Frauen helfen Frauen e. V. Andrea Balles, Stephanie Bock, Astrid Butz, Christa Seidel, Simone Holler, Andrea Kraft, Lene Schiermeister-Dill, Rosemarie Göttert, Beate Weißmann, Monika Treske
EigentumLila Luftschloss Frauenwohnungsbau eG, Frankfurt
ArchitekturBaufrösche Stadt- und Bauplanungsgesellschaft mbH, Kassel (Entwurf) Architektur- und Planungsbüro Crep D (Bauleitung)
Projektentwicklung Wohnbund Frankfurt (Beratung)
ProjektumfangIm Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus entstand ein Mietwohnungsneubau auf einem von der Stadt Frankfurt in Erbpacht überlassenen Grundstück an der Heidestraße.
WohnungenZehn Wohneinheiten auf insgesamt 540 m² Wohnfläche: vier 1-Personen-Wohnungen, drei 2-Personen- und zwei 3-Personen-Wohnungen sowie eine weitere, behindertengerechte, 2-Personenwohnung im EG.
GemeinschaftsflächenAls Gemeinschaftsflächen stehen ein 62 m² großer Gemeinschaftsraum mit WC, Dusche und Küchenzeile sowie eine Dachterrasse im 2. OG zur Verfügung. Der Gemeinschaftsraum im Keller kann auch an Gruppen im Stadtteil vermietet werden.
Es waren vier Stellplätze nachzuweisen, von denen zwei in vorhandenen Garagen untergebracht wurden.
Kosten/MietenGesamtkosten 2,2 Mio €.
Finanzierung/FörderungDie Beschaffung des notwendigen Eigenkapitals von 15 % der Gesamtkosten gestaltete sich sehr schwierig und führte zu erheblichen Verzögerungen. Das Eigenkapital wurde schließlich (nachdem die zwischenzeitliche Suche nach einer Investorin aufgegeben worden war) durch Genossenschaftsanteile, Privatdarlehen und bauliche Eigenleistung der Mieterinnen in Höhe von ca. 2.600 € je erwachsenem Haushaltsmitglied aufgebracht. Darüber hinaus müssen die Mieterinnen pro Haushaltsmitglied einen Genossenschaftsanteil (bei Erstbezug in Höhe von 1.000 DM) erwerben. Unterstützt wurde das Projekt zunächst auch von der Ökobank, dann abgelöst von der GLS-Bank.
Die Anfangsmiete der Heidestraße betrug (2001) 12 DM/m² Wohnfläche (Kaltmiete).
Das Projekt Heidestraße wurde im Rahmen des Frankfurter Programms für „Familiengerechtes Wohnen“ gefördert.
ZielgruppenAllein erziehende Frauen mit kleinen und größeren Kindern, Frauenwohngemeinschaften mit Kindern und ohne Kinder, allein lebende Frauen mit und ohne Partnerinnen. Anspruch auf eine Wohnung haben ausschließlich Mitfrauen der Genossinnenschaft. Männer können nicht Mitglied der Wohnungsbau-Genossinnenschaft und nicht Mieter bei Lila Luftschloss werden und sich dort auch nicht polizeilich melden. Sie haben nur Gaststatus.
BewohnerInnenstrukturBei Erstbezug 18 Frauen und Kinder.
ZielsetzungenZiel der Genossinnenschaft ist es, gemeinschaftlichen, qualitätvollen, kostengünstigen, bezahlbaren und selbstverwalteten Wohnraum für Frauen zu schaffen und damit auch anzuknüpfen an die ersten Frauenwohnungsbau-Genossinnenschaften in Frankfurt von 1916 und 1926. Die Wohnungen sollen „frauengerecht“ sein, d. h. durch eine verkehrsgünstige Lage die Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben ermöglichen, durch eine lebendige soziale, kulturelle und alltagspraktische Infrastruktur die Alltagsbewältigung erleichtern, Kommunikation, Kooperation und gegenseitige Unterstützung (u. a. durch gemeinschaftliche Flächen) fördern, zugleich aber auch Rückzugsmöglichkeiten bieten. Eine heterogene Zusammensetzung der Hausgemeinschaft bezüglich Nationalität, Alter, Herkunft und Befähigung soll der Vereinzelung und Vereinsamung entgegenwirken und die Einbeziehung behinderter Frauen erleichtern. Frauen- und kinderfreundliches Wohnen wird als Voraussetzung für andere Formen des Zusammenlebens und für eine kreative Alltagsgestaltung (z. B. Fahrgemeinschaften, gegenseitige Kinderbetreuung, Nachbarschaftshilfe) angesehen. Mit dem Projekt soll darüber hinaus durch eine aktive Einflussnahme der Genossinnen bei der Planung, durch Selbsthilfe bei der Bauausführung und Instandsetzung sowie durch Selbstverwaltung der Wohnungen der Genossenschaftsgedanke gestärkt werden.
Zum Thema Männer im LiLaLu wurde nach eingehenden Diskussionen ein Grundsatzpapier verabschiedet. Eine Teilhabe von Männern würde nach Auffassung der Genossinnen den Genossinnenschaftsgedanken untergraben, Engagement, Geld und Arbeitsleistung der Bewohnerinnen sollen ihnen nicht zur Verfügung stehen. Sie genießen nur Gastrecht. Art und Häufigkeit der Besuche von Männern sind Sache der jeweiligen Mieterinnen.
PartizipationDie angestrebte Beteiligung der zukünftigen Bewohnerinnen wurde durch den sehr langen Planungs- und Finanzierungsprozess erschwert. Eine Beteiligung der tatsächlichen Nutzerinnen war erst in der letzten Planungsphase möglich. Allerdings setzten die technischen Richtlinen und die Belegungsrichtlinien des Sozialen Wohnungsbaus den Gestaltungswünschen enge Grenzen. So sind z. B. die mit durchschnittlich 12 m² recht kleinen Individualräume durch diese Richtlinien bedingt.
LageDie Heidestraße ist eine kleine Wohnstraße mit Einbahnverkehr, relativ ruhig für die zentrale Lage in einem gewachsenen Stadtteil mit gemischter Baustruktur und einer lebendigen Infrastruktur („Studentenviertel“).
GebäudeDas 4-geschossige Gebäude in einem leuchtenden Orangeton, das auf einem ehemaligen Garagenhof steht – einige Garagen im hinteren Hofteil blieben stehen und dienen als Werk- und Fahrradräume – wurde zur Straße hin relativ geschlossen gehalten. Zu den Längsseiten nach Osten und Westen erlaubten große Abstände zur und geringe Höhe der Nachbarbebauung eine stärkere Öffnung. Auf der Ostseite springt das EG auf ganzer Gebäudetiefe vor und bietet für die Wohnungen im 1. OG einen durchlaufenden Balkon. Nach Westen ermöglicht ein 2-geschossiger Gebäudeteil eine große, allen Bewohnerinnen zugängliche Dachterrasse. Die behindertenfreundliche Wohnung im EG wird vom Treppenhaus und über einen separaten Eingang vom Hof aus erschlossen. Auf der Ostseite sind die kleineren Wohnungen angeordnet, die sich mit wenig Aufwand zu einer größeren WG-Wohnung zusammenlegen lassen, was allerdings auf Grund der sehr kleinen Individualräume im Haus problematisch ist. Sie sind nur 10 m² bis 15,5 m² groß, eine Konzession an die Fördervorschriften zugunsten eines eigenen Raumes für jede Person bei Wohnungen für Alleinerziehende. Die Küchen sind für einen Essplatz ausreichend dimensioniert. Der Gemeinschaftraum liegt im Kellergeschoss. Er ist sowohl vom Treppenhaus als auch von einer Terrasse aus zugänglich, von wo er auch belichtet wird.
AussenanlagenDer kleine Hof wurde 2003 von den Bewohnerinnen mit Unterstützung von Heidi Schrickel, einer freien Künstlerin, mit Mosaiken ausgestaltet.
Chronik1991: Die Stadt Frankfurt/Main beabsichtigt, gemeinschaftlich orientierte Wohnprojekte im Rahmen des Wohnungsneubaus zu unterstützen; Treffen einzelner Fraueninitiativen und Vertreterinnen des Planungsamtes
1992: Gründung der Genossinnenschaft Lila Luftschloss Frauenwohnungsbau i. G.
1993: Die Stadt Frankfurt bietet Lila Luftschloss zwei innerstädtische Grundstücke in Erbpacht an (Gutleutstrasse und Heidestrasse)
1994: Beginn der konkreten Planung mit dem Architekturbüro Baufrösche, Kassel
1995: Lila Luftschloss erhält mit der Planung der Baufrösche eine Auszeichnung im Hessischen Landeswettbewerb „Familienfreundlicher Städtebau“
1996: die geplante Bebauung der Gutleutstrasse scheitert an den fehlenden Finanzierungsmitteln
1998: die Genossinnenschaft Lila Luftschloss wird ins Genossenschaftsregister eingetragen
1998: Förderungszusagen der Stadt Frankfurt/Main und des Landes Hessen
2000: Baubeginn des Projekts in der Heidestraße
2001: Bezug der Wohnungen in der Heidestraße
Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt
  • Schaffung von Wohnraum exclusiv für Frauen (und ihre Kinder)
  • langfristige Sicherung in Frauenhand durch Genossinnenschaft
  • Selbstverwaltung
  • Möglichkeit der Verbindung von Wohnen und Arbeiten
  • unterschiedliche Wohnungstypen
  • für Wohngemeinschaften geeignete Wohnungen
  • Möglichkeit unterschiedlicher Wohnungsgrößen durch Schalträume und Teilbarkeit bzw. Zusammenlegbarkeit von Wohnungen, Gewinn zusätzlicher Wohnflächen durch die besondere Raumhöhe
  • Rückzugsmöglichkeiten, für jede Person ein Raum
  • gute Möglichkeiten zum „Abschalten“ durch guten Schallschutz (zwischen den Wohnungen und wohnungsintern)
  • Raum für einen Essplatz in der Küche
  • eine barrierefreie Wohnung
  • Gemeinschaftsräume (auch als Gästewohnung nutzbar) und -dachterrassen
  • kommunikative halböffentliche Flächen (Foyer, Garten)
  • Nachbarschaftskontakt über Vermietung der Gemeinschaftsräume
  • Standort in einem Viertel mit einer lebendigen sozialen, kulturellen und alltagspraktischen Infrastruktur
  • Verkehrsgünstige, innenstadtnahe Lage
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