Frauenwohnprojekt WABE im Generationenhaus

Projekttyp:

Wohnprojekte für Frauen (nicht nur) im Alter

Standort:

Stuttgart

Projektierungsbeginn:

1989

Fertigstellung/ Erstbezug

2001

Kontakt:

info[at]wabe-stuttgart.de

www.wabe-stuttgart.de

info[at]wabe-stuttgart.de

www.wabe-stuttgart.de

Schwerpunkte:

Wohnprojekt für ältere Frauen, integriert in ein Generationenhaus mit Dienstleistungen und Pflegestation

Besonderheit

Das Gebäude erhielt einen Architekturpreis.

Der gemeinschaftliche Hof mit Blick auf das gläserne Treppenhaus (Quelle: Amann, v. Neumann-Cosel, 2000)
Die Balkone verbinden zwei Gebäudeteile (Quelle: Amann, v. Neumann-Cosel, 2000)
Das Generationenhaus zwischen Verkehr und grünen Hängen
Gebäude D mit Rampenanlage und Aufzug (Quelle: Ammann/Neumann-Cosel, 2000)
Projektbeteiligte:
Initiatorin:

Der Verein WABE e. V.

Eigentum:

Stadt Stuttgart

Architektur:

Drei Architekten, Haag, Haffner, Stroheker, Stuttgart

Projektdaten

Das Projekt ist integriert in das „Generationenhaus“, das folgende Einrichtungen beherbergt: das Pflegezentrum des Eigenbetriebs der Stadt Stuttgart leben & wohnen, das Mütterzentrum Stuttgart-Süd e. V., ein Familien- und Nachbarschaftszentrum, das Initiativenzentrum als Koordinationsstelle für die Einrichtungen und die im Haus aktiven Vereine und Initiativen und ein Dienstleistungszentrum im vorderen Bau des Generationenhauses mit Bank, Läden, Friseursalon, Eiscafé, Diakoniestation sowie Krankengymnastik- und Arztpraxen. Der Wohnbereich umfasst neben den Wohnungen für das Frauenwohnprojekt 86 Pflegeapartments, ca. zwei Drittel für ältere und ein Drittel für jüngere Pflegebedürftige.

Umfang:
Wohnungen:

Neubau von fünf barrierefreien Mietwohnungen mit 45 m² bis 80 m² (drei kleinere, zwei größere Wohneinheiten) im obersten Geschoss eines Gebäudeteils des Generationenhauses, eines stadtteilbezogenen Service- und Beratungszentrums.

Gemeinschaftsflächen:

Als Gemeinschaftsräume und -freibereiche werden die allgemeinen Flächen des Hauses mitgenutzt.

Kosten/Mieten:
Finanzierung:

Das Generationenhaus wurde mit Mitteln der „Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung“ erstellt.

Die WABE e. V. ist Mieterin von fünf Apartments im Haus.

Ziele/Motivation:
Zielgruppen:

Zielgruppe des Vereins WABE sind Menschen verschiedener Generationen, Einzelpersonen, Alleinerziehende, Paare, Familien. Das Wohnprojekt im Generationenhaus war ursprünglich nicht als reines Frauenprojekt geplant, aber wie in anderen „Alten“wohnprojekten fanden sich auch hier keine Männer, die die Bereitschaft mitbrachten, für sich selbst zu sorgen.

BewohnerInnenstruktur:

2005 waren fünf Frauen im Alter von 31 bis 70 Jahren, Mitfrauen des WABE-Vereins, bereit, das Wagnis einzugehen, miteinander zu wohnen.

Zielsetzungen:

Die WABE hat zum Ziel, neue Wohnideen in Gemeinschaft von Jung und Alt zu schaffen, sie will durch Integration, Solidarität, Hilfsbereitschaft und Toleranz und unter Wahrung der Eigenständigkeit eine neue Form der Gemeinschaft gestalten, die Miteinander und Individualität verbindet und damit der wachsenden Individualisierung der Gesellschaft entgegen treten. Sie will als Multiplikatorin andere Projekte mit ähnlichen Zielen unterstützen.

Für die Projektfrauen ist es nicht nur eine Beruhigung für das Alter, ins Generationenhaus eingebettet zu sein, einzelne engagieren sich auch in der Begleitung und Betreuung der jungen Pflegebedürftigen und im Familien- und Nachbarschaftszentrum und unterstützen das Ziel des WABE-Vereins, Aktivitäten im Stadtteil und kulturelle Vielfalt zu fördern.

Die wöchentlichen Vereinstreffen werden im Initiativenzentrum des Generationenhauses abgehalten.

Architektur/Städtebau:
Partizipation:

Die Vorplanung erfolgte im Rahmen der Vereinstreffen.

Lage:

Das Generationenhaus liegt zentral im innenstadtnahen Süden Stuttgarts (Heslach), mit Läden, Gastronomie, Arztpraxen und einer ausgezeichneten Anbindung an Straßenbahnen und Busse, aber auch der Nähe zu Spazier- und Naherholungsgebieten.

Das mehrfach preisgekrönte Gebäude, ein fünfgeschossiges langgestrecktes Wohn- und Geschäftshaus öffnet sich mit den unteren Etagen großzügig verglast zu den Hauptstraßen. Die barrierefreien Wohnungen der WABE liegen im Staffelgeschoss (5. OG).

Gebäude:

Straßenabgewandt liegt der halböffentliche, von allen BewohnerInnen und Initiativen nutzbare große Innenhof/Garten, jenseits begrenzt von einem schönen Altbau, der für das Generationenhaus umgebaut wurde. Der in Terrassen angelegte „Feiergarten“ wurde nachträglich (2007) in einem gemeinsamen „Gartenprojekt“ der Einrichtungen – initiiert vom Mütterzentrum – zum behindertengerechten Sinnesgarten mit Rollstuhlrampen ausgebaut.

Chronik

1989: Aufruf in der Stuttgarter Presse mit dem Ziel, Menschen zu suchen, die sich für neue gemeinschaftliche Wohnformen interessieren.

Oktober 1991: Gründung des Vereins WABE e. V.

1999: wird im Altenhilfeplan der Stadt Stuttgart (für die Jahre bis 2005) der Einrichtungstyp „Mehrgenerationenzentrum“ bzw. „Generationenhaus“ beschrieben, die Stadt Stuttgart bietet dem Verein WABE e. V. die Möglichkeit, im Generationenhaus ein Wohnprojekt zu realisieren

August 2001: Einzug

Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt

• Gegenseitige Hilfe und Unterstützung in den kleinen und großen Dingen des Alltags

• Aufeinander zugehen, miteinander reden und auch dem anderen zuhören

• Probleme gemeinsam besprechen und dann versuchen, diese befriedigend zu bewältigen

Quellen:

Generationenhaus, Website: www.generationenhaus-heslach.de/01-generationenhaus.htm (Zugriff April/Mai 2007)

Gerngroß-Haas, Gabriele (2005): Anders leben als gewohnt. Wenn verschiedene Frauen unter ein Dach ziehen. Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Taunus. S. 37 ff

Sozialamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Initiativenzentrum (2006): Generationenhaus Heslach, Initiativen und Einrichtungen unter einem Dach. Broschüre

WABE e. V., Website: www.wabe-stuttgart.de (Zugriff April 2007)