Anders Wohnen

Projekttyp:

Frauengerechter Wohnungsbau

Standort:

Hürth

Projektierungsbeginn:

1998

Fertigstellung/ Erstbezug

1999

Kontakt:

Frau Kuhn-Wolpert, Gleichstellungsstelle Stadt Hürth

Tel 02233/53141

Michael Moll, Planungsamt Stadt Hürth

Tel 02233/53423

Schwerpunkte:

Projekt für Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen mit dem Ziel, Qualitäten des Eigentums zu erreichen

Grundrissauszug: eine Vielfalt von Wohnungstypen (Quelle: Landesentwicklungsgesellschaft Düsseldorf)
Projektbeteiligte:
Initiatorin:

Marita Meurer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hürth gemeinsam mit Michael Moll, Mitarbeiter des Planungsamtes

Eigentum:

Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Nordrhein-Westfalen

Kooperation:

Klaus Novy-Institut, Köln (Beteiligungsverfahren)

Umfang:
Wohnungen:

Neubau mit 42 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen

Gemeinschaftsflächen:

Ein Gemeinschaftsraum.

Kosten/Mieten:

Anfangsmiete (1999): 8,85 DM pro m² Wohnfläche.

Finanzierung:

Sozialer Mietwohnungsneubau im 1. Förderungsweg.

Ziele/Motivation:
Zielgruppen:

Alleinerziehende und Familien mit Kindern.

Zielsetzungen:

Ziel des Projektes war es, Haushalten mit geringem Einkommen, insbesondere Alleinerziehenden und Familien mit Kindern, preisgünstigen und bedarfsgerechten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Er soll – auch bezüglich der Mitbestimmungsrechte und der Eigenverantwortung – Qualitäten des Wohnungseigentums erreichen, dessen Realisierung in der Regel für die angesprochenen Haushalte nicht möglich ist.

Die Wohnungen sollten frauen-, kinder- und familienfreundlich gebaut werden. Durch unterschiedliche Grundrissvarianten sollte auf unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse eingegangen werden, wobei die Wiedervermietbarkeit der Wohnungen zu gewährleisten war. Das Projekt soll auf das Quartier ausstrahlen und als Impulsgeber wirken. Das Verfahren der BewohnerInnenbeteiligung sollte in einer beispielhaften Weise erfolgen, die eine Wiederholung und Übertragung auf zukünftige Projekte möglich macht.

Durch Gemeinschaftsarbeiten der BewohnerInnen (Treppenreinigung, Gartenpflege) sollten die Mietnebenkosten gesenkt werden.

Architektur/Städtebau:
Partizipation:

Die BewohnerInnenbeteiligung wurde über das Klaus-Novy-Institut (Köln) organisiert. Die zukünftigen BewohnerInnen hatten frühzeitig die Möglichkeit, sich kennenzulernen und schon vor Bezug der Wohnungen Nachbarschaften zu bilden. Mitbestimmungsmöglichkeiten gab es bei der Wahl der Bodenbeläge, Tapeten, Lage der Steckdosen und bei der Gestaltung des Hof- und Gartenbereichs. Über die Nutzung des Gemeinschaftsraumes wird gemeinsam entschieden.

Der Versuch, durch Gemeinschaftsarbeiten die Mietnebenkosten zu senken, hat sich nach Auskunft der Gleichstellungsbeauftragten nicht bewährt, so dass hier Änderungen notwendig wurden.

Lage:

Das Projekt ist in einem Neubaugebiet in Hürth-Efferen gelegen, ca. 800 m vom Zentrum Efferens entfernt. In der Nähe befinden sich mehrere Schulen und Kindergärten. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gut.

Es handelt sich um einen 3-geschossigen Zeilenbau mit ausgebautem Dachgeschoss. Das Gebäude weist unterschiedliche Grundrisse sowie großzügige Treppenhäuser und Laubengänge auf.

Chronik

1998: Vorstellung des Projektes auf einer Informationsveranstaltung; Baubeginn

1999: Fertigstellung der Wohnungen

Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt

• teilweise Gemeinschaftsarbeiten zur Mietreduzierung (als Versuch)

• ca. 25 % der Wohnungen sind für Alleinerziehende ausgelegt

• ein eigener Raum für jedes Haushaltsmitglied, auch bei den Wohnungen der Alleinerziehenden

• nutzungsneutrale Räume

• alle Küchen haben Blickverbindung zur Gartenanlage, so dass Kinder durch das Küchenfenster beaufsichtigt werden können

• breite Spielflure und direkte Zugänge von den Treppenhäusern in den Hof

• Gemeinschaftsraum, der nach Absprache genutzt werden kann

• Nähe zu Kindereinrichtungen, Versorgungseinrichtungen und ÖPNV

Quellen: