Frauenpezifisches Wohnen Martin Luther King Park

Projekttyp:

Frauengerechter Wohnungsbau

Standort:

Mainz

Projektierungsbeginn:

1980

Fertigstellung/ Erstbezug

1983

Kontakt:

Silvia Wendel, Wohnbau Mainz/Abt. Sozialplanung

www.wohnbau-mainz.de

Schwerpunkte:

Modellprojekt als Antwort auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen insbesondere Alleinerziehender, im Rahmen eines Kasernen-Konversionsgeländes

Zwei Wohnküchenlösungen (Quelle: www.htww.de/PDF/PrBlattMartinLutherKing.pdf)
Projektbeteiligte:
Initiatorin:

Wohnbau Mainz GmbH

Eigentum:

Wohnbau Mainz GmbH

Architektur:

Planergruppe HTWW (Hytrek, Thomas, Weyel und Weyel), Wiesbaden

Kooperation:

Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz, Institut Wohnen und Umwelt (IWU) (Entwicklung eines Fragebogens für BewerberInnen)

Umfang:
Projektumfang:

Umbau von ehemaligen Wohnungen der US-Armee.

Wohnungen:

Für das Modellprojekt geschaffen wurden 30 Mietwohnungen, darunter zwölf 2-Zimmer-Wohnungen (je sechs mit 56 m² bzw. 63 m²), 16 3-Zimmer-Wohnungen, eine 4- und eine 5-Zimmer-Wohnung. Zu den Wohnungen gehören MieterInnengärten.

Gemeinschaftsflächen:

Den MieterInnen stehen ein Gemeinschaftsraum mit Küche, Dusche und WC für Versammlungen, Feste usw., eine Werkstatt, ein Raum für Fahrräder und Kinderwagen zur Verfügung.

Kosten/Mieten:

Die reinen Baukosten für den Umbau von 12 Wohnungen und die Teilmoderniserung von weiteren 18 Wohnungen lagen bei durchschnittlich 1.156 € pro m² Wohnfläche (mittlerer Kostenrahmen).

Miethöhe: Bei Bezug Kaltmiete: 9,10 DM/m², 2008: 4,89 €/m² je m² Wohnfläche.

Finanzierung:

Das Projekt wurde mit Mitteln des Sozialen Wohnungsbaus (1. Förderweg) sowie für die Konversion ehemaliger militärischer Flächen gefördert. Das Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz übernahm die Kosten der durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) durchgeführten Befragung.

Ziele/Motivation:
Zielgruppen:

Allein erziehende Frauen (und Männer) und Familien.

Zielsetzungen:

Die Wohnbau Mainz GmbH hat den Anspruch, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen ein Wohnungsangebot zu präsentieren. Die gesellschaftliche Realität führt vor Augen, dass der Anteil allein erziehender Elternteile in Deutschland, insbesondere der Frauenanteil, zunimmt. Wohnungen speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse allein erziehender Frauen sind auf dem Wohnungsmarkt eher selten. Hiergegen soll das Projekt einen Beitrag leisten. Das Projekt soll dazu beitragen, soziale Isolation zu verhindern. Das ursprüngliche Ziel eines generationenübergreifenden Projekts konnte nicht umgesetzt werden, da keine Aufzüge möglich waren und die EG-Wohnungen nur über sechs Stufen zu erreichen sind. Das Ziel guter nachbarschaftlicher Beziehungen mit gegenseitiger Unterstützung insbesondere bei der Kinderbetreuung (und im handwerklichen Bereich auch durch die dort wohnenden Männer) wurde dagegen erreicht.

Architektur/Städtebau:
Partizipation:

Die künftigen MieterInnen des Projekts wurden am Planungsprozess und der Ausgestaltung von Anfang an beteiligt. Dazu entwickelte das IWU einen Fragebogen. Moderiert wurde der Partizipationsprozess von der Sozialplanung der Wohnbau Mainz. Durch die Beteiligung der Bewohnerinnen konnten u. a. bessere Freisitzmöglichkeiten und Grundrisslösungen erarbeitet werden, auch wurde in die innenliegenden Bäder auf Vorschlag der BewohnerInnen ein Oberlicht eingebaut. Nach Bezug wurden SprecherInnen der MieterInnen gewählt.

Lage:

Das Projekt ist Teil eines Konversionsprojektes ehemaliger US-Wohnungen mit ca. 700 Wohneinheiten im Stadtteil Hartenberg/Münchfeld. Das Wohngebiet liegt in unmittelbarer Nähe zur Universität, die Innenstadt ist mit ÖPNV in fünf Minuten zu erreichen, Infrastruktureinrichtungen (Kita, Grundschule, Einkaufszentrum vor Ort) waren von Anfang an vorhanden. Ein Kinder- und Jugendtreff der AWO auf dem Gelände – das Park-Haus – kann von BewohnerInnen des ganzen Stadtteils für Veranstaltungen angemietet werden. Die Infrastruktur ist optimal: fünf Gehminuten bis zum Bahnhof, vor Ort ein Einkaufszentrum, Schulen und Kitas und die Universität. Direkt gegenüber der Verein Mainz 05.

Das Gebiet ist umgeben von weiträumigen Grünanlagen, die Jung und Alt zum Spielen und Verweilen einladen.

Die Projektwohnungen erhielten Grundrisse die den Wohnwünschen von allein erziehenden Frauen gerecht werden, mit großen Wohnküchen und nutzungsneutralen Räumen. Die Zweizimmerwohnungen wurden durch Wohnungsteilung gewonnen. Alle Wohnungen haben Balkon, Loggia oder Terrasse.

Chronik

März 1996: Die Wohnbau Mainz GmbH stellt ihr Projekt Wohnen & Mehr – US-Siedlung wird zum Park vor, Suche von InteressentInnen über Anzeigen, Durchführung von Versammlungen

April 1997: Baubeginn

August 1997: Fertigstellung und Bezug

Entwicklung seit Beginn:

Die Nachfrage nach Wohnungen in diesem Projekt ist sehr groß. Dies verdeutlicht, dass der Wunsch nach Wohnformen für spezifische Zielgruppen zeitgemäß ist

Umsetzung feministischer Planungskonzepte im Projekt

• Schaffung von Wohnungen, die speziell auf die Bedürfnisse Alleinerziehender zugeschnitten sind

• Nutzungsneutrale Räume

• Wohnküchen

• Nachbarschaftsbezug

• Sichere Spielräume und Freiflächen

• Gemeinschaftraum

• Fahrrad- und Kinderwagenraum, der über eine Rampe zu erreichen ist

• offene, gut belichtete Treppenhäuser (zur Stärkung des Sicherheitsgefühls)

Quellen:

Interview mit Frau Wendel, Wohnbau Mainz am 11.11. 2008

Planergruppe HTWW (o. J.): Frauenspezifisches generationenübergreifendes Wohnen Mainz Martin Luther King Park. www.htww.de/PDF/PrBlatt MartinLutherKing.pdf

Wohnbau Mainz (o. J.): Frauenspezifisches Wohnen im Martin Luther King Park., www.wohnbau-mainz.de/html/frauenwohnenmlk.htm