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Weiterführende Informationen

Quellen und Anmerkungen

Leitfaden - Realisierung des Projekts

Suche nach einem geeigneten Grundstück/Objekt und nach potentiellen InvestorInnen

AnsprechpartnerInnen bei der Grundstücks- bzw. Objektsuche
Unabhängig davon, ob es in der Kommune, in der das Frauenwohnprojekt realisiert werden soll, eine spezielle Beratungsstelle für Wohnprojekte und/oder für Baugemeinschaften gibt, ist eine möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme zu kommunalen Stellen sinnvoll. Eine Reihe von Frauenwohnprojekten ist durch kommunale Ämter zu ihrem Grundstück/ihrem Gebäude gekommen [f_34] [l_11]. In Gemeinden, in denen es keine Beratungsstellen für Wohn- oder Baugruppenprojekte gibt, kommen mehrere kommunale Ämter [Verzeichnisse/Adressen] in Frage: Bei den Stadtplanungsämtern können die in Planung oder Umsetzung befindlichen neuen Baugebiete, aber auch Umnutzungsmöglichkeiten (etwa von ehemals gewerblichen oder militärisch genutzten Flächen oder Objekten) erfragt werden. Mehrere Hamburger Projekte, die beiden Münchner Projekte der Frauenwohngenossenschaft FrauenWohnen eG und das Freiburger Modellprojekt Stadt und Frau sind neben anderen auf städtischen Grundstücken realisiert worden (oder sollen noch realisiert werden.

Mögliche Ansprechpartner sind auch die Liegenschaftsämter, die bebaute und unbebaute städtische Grundstücke verwalten und auch für die Vergabe von Erbbaurechten zuständig sind. Angesichts leerer Kassen sind die meisten Kommunen daran interessiert, ihren Immobilienbestand zu verkleinern. Insbesondere bei kleineren Flächen oder Objekten, die für größere, zusammenhängende Bauvorhaben nicht geeignet sind bzw. einen unverhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand erzeugen, sind Wohnprojekte erfahrungsgemäß nicht chancenlos – sowohl als Käuferinnen als auch als Mieterinnen. So ist beispielsweise die Alten-WG „Am Goldgraben“ in einer Jugendstilvilla der Stadt Göttingen untergekommen. Der Beginenhof in Essen sollte ursprünglich ebenfalls auf einem städtischen Grundstück gebaut werden und wurde schließlich in einem ehemaligen Finanzamt realisiert. Auch das Grundstück, auf dem das Projekt des Beginenwerks Berlin Frauenwohnen im 21. Jahrhundert errichtet wurde, war zuvor in städtischem Besitz.

Die Wohnungsämter schließlich haben oft einen recht guten Überblick über die Aktivitäten der örtlichen Wohnungswirtschaft und wissen z. B. über mögliche Investitions- und/oder Verkaufsabsichten der am Wohnungsmarkt aktiven InvestorInnen Bescheid. Außerdem werden zunehmend kleinräumliche „Wohnungsmarktbeobachtungssysteme“ aufgebaut, durch die die Kommunen einen besseren Überblick z. B. über Leerstände im Wohnungsbestand gewinnen möchten. Hierdurch könnten unter Umständen verkaufsbereite Alteigentümer von teilweise leerstehenden Mietwohngebäuden gefunden werden.

Sinnvoll ist auch eine Kontaktaufnahme zur örtlichen Wohnungswirtschaft sowie zu großen Grundeigentümern. In Frage kommen dabei kommunale, staatliche und private Wohnungsunternehmen sowie Genossenschaften und örtliche Bauträger, die nicht selten über unbebaute Grundstücke verfügen oder Wohnungsbestände verkaufen wollen. Organisationen mit erheblichem Verkaufdruck sind auch die Kirchen, die einen beträchtlichen Grundbesitz haben, den sie teilweise wegen ihres Mitgliederschwundes und den daraus resultierenden finanziellen Problemen aufgeben müssen bzw. wollen. Schließlich sollte auch die Kontaktaufnahme zu MaklerInnen nicht ausgeschlossen werden, allerdings verteuert eine Grundstücks- bzw. Objektvermittlung über MaklerInnen das Projekt deutlich.

Suche nach InvestiorInnen für Mietwohnungsprojekte
Soll das Projekt im Mietwohnungsbau realisiert werden, kommen ebenfalls die kommunalen Ämter sowie die örtliche Wohnungswirtschaft in Frage. Insbesondere die Beginen-Projekte in NRW sind überwiegend als Mietwohnungsprojekte örtlicher Wohnungsbauunternehmen realisiert worden. Die Kontaktvermittlung zwischen den Projekten und den InvestorInnen lief teilweise über kommunale Stellen, teilweise über die Projektberatung. Investitionsbereite Bauträger wenden sich häufig an die Kommunen mit der Frage nach möglichen Bauprojekten. Angesichts des Rückgangs der Wohnungsbautätigkeit in vielen Regionen haben offensichtlich auch Frauenwohnprojekte, die vor einigen Jahren noch als exotisch gegolten haben, eine Chance, einen traditionellen Investor für die Realisierung ihres Projekts zu gewinnen. So fand zum Beispiel der Beginenhof Dortmund, der ein unbebautes Grundstück einer evangelischen Kirchengemeinde entdeckt hatte, seine Investorin durch Vermittlung des Wohnungsamts.